Hangbewegung: Gutachten sorgt für Zündstoff auf dem Gletscher

Ein Skifahrer fährt auf einer präparierten Piste vor einer verschneiten Berglandschaft.
Debatte um 75-Millionen-Pisten- und Hotel-Projekt am Mölltaler Gletscher geht weiter

Der Berg ruft! Politiker aller Couleur, Unternehmer und Naturschützer werden ihm heute folgen, wenn auf dem Mölltaler Gletscher in Kärnten eine Begehung stattfindet. Als wären die Fronten nicht schon verhärtet genug – hier die Naturschützer, dort die Verfechter eines 75-Millionen-Pisten- und Hotel-Projekts – sorgt eine dem KURIER vorliegende geologische Untersuchung des Energieunternehmens Kelag für Zündstoff. Die geplante Skipiste führt demnach durch ein Gebiet, das neben dem Naturschutz-Aspekt in einer weiteren Hinsicht sensibel ist:

Die Kelag hat eine "permanente Hanggleitung in der Größenordnung von drei Zentimeter Talschub pro Jahr‘‘ beobachtet. Es bestehe die "Gefahr im Falle von allfälligen Bauvorhaben und Rodung im bewaldeten Gebiet oberhalb des Haselsteinspeichers wie z.B. Straßen- oder Pistenbau, dass durch offene Wunden im Gelände zusätzlich Oberflächenwasser in das Innere der Gleitmasse befördert und damit die Hangstabilität gefährdet wird‘‘, so der Energielieferant, der im fraglichen Gebiet Liegenschaften besitzt. Für Grünen-Obmann Rolf Holub "ein weiterer Grund, warum wir diesem Projekt skeptisch gegenüberstehen. Aber vielleicht passiert ein Wunder.‘‘

"Das Gesetz bleibt‘‘

Eine Änderung des Naturschutzgesetzes schlossen indes gestern neben Holub auch Landeshauptmann Peter Kaiser (SPÖ) und ÖVP-Landesrat Christian Benger aus. Kaiser hofft, dass die "Hardliner ihre Positionen verlassen und ein Kompromiss möglich ist. Aber das Naturschutzgesetz bleibt‘‘. Benger betont, dass man Investoren nicht vertreiben dürfe. Und Christian Ragger (FPÖ) gab sich zuversichtlich, dass man das Projekt noch "im Einklang mit dem Naturschutz‘‘ verwirklichen könne.

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