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Chronik Österreich
11/08/2021

Haftstrafe für Vater, der Baby Taschentuch in Mund stopfte

35-Jähriger fühlte sich „überfordert“.

von Johannes Weichhart

Es sind beklemmende Minuten, als die Staatsanwältin über jenen Fall spricht, dessen Ausgang nicht tragischer hätte sein können. Der kleine Angelo musste sterben, weil sein Vater einen verheerenden Fehler begangen hatte. Der Bub wurde nur fünf Monate alt.

Der furchtbare Vorfall im Bezirk St. Pölten ereignete sich bereits vor mehr als fünf Jahren. An einem Januartag im Jahr 2016, die Mutter ließ sich gerade in der Küche von einer Freundin die Haare färben, ging der 35-jährige Vater in das Kinderzimmer, um Angelo die Windel zu wechseln. „Er hat geschrien, ich war mit der Situation total überfordert“, erinnert sich der Angeklagte, der an einer geistigen (Intelligenzminderung, Anm.) und körperlichen Behinderung leidet. Weil das Baby nicht aufhörte zu schreien, stopfte ihm der Mann ein Taschentuch in den Mund. „Ich habe mir dabei nichts Böses gedacht. Ich wollte einfach, dass er aufhört zu schreien“, so der Angeklagte zum Richter. Schnell wurden die Schreie dumpfer, der

35-Jährige schaute „ein, zwei Minuten zu“, wie Angelo blau im Gesicht anlief, dann rief er um Hilfe.

Die eingetroffenen Rettungskräfte mussten Angelo bereits reanimieren, erst nach einer halben Stunde konnte der Notarzt das Taschentuch mit einer Zange entfernen. Vier Monate später starb Angelo in einem Krankenhaus.

Zunächst versuchten die Eltern, den Fall noch zu vertuschen, doch heuer kam alles ans Licht. Das Urteil: Drei Jahre teilbedingte Haft, ein Jahr muss der 35-Jährige im Gefängnis verbringen – rechtskräftig.

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