roth

© ELMAR GUBISCH /Elmar Gubisch

Steiermark
08/21/2013

Wirbel um "Grünes Mäntelchen" an Zapfsäulen

Ist Biodiesel "öko"? Umweltschutz-Verein zeigt eine Tankstellen-Kette beim Werberat an.

von Elisabeth Holzer

Öko“ steht auf den Tafeln vor den Zapfsäulen der steirischen Firma Roth. Doch das sei ein „dreister Öko-Schmäh“, glauben Vertreter der Umweltschutzorganisation Global 2000 und zeigten die Firma deshalb beim Werberat an.

„Konsumenten darf nicht vorgetäuscht werden, dass das Tanken bei Roth umweltfreundlicher ist als bei jeder anderen Tankstelle“, begründet Kewin Comploi von Global 2000. Nur weil Roth auch Biodiesel verkaufe, sei sie keineswegs umweltfreundlich. Biodiesel verursache „mindestens genau so viel Treibhausgase wie konventioneller Diesel“. Deshalb müsse der Zusatz „Öko“ entfernt und das „grüne Mäntelchen“ ausgezogen werden.

Gesetzliche Vorgabe

Geschäftsführer Jürgen Roth nimmt die Kritik jedoch gelassen und spielt den Ball zurück. „Wann darf sich denn ein Energiehändler überhaupt ‚öko‘ nennen? Wenn er nur Pellets verkauft? Aber was ist dann mit dem Feinstaub?“ Außerdem sei er die falsche Adresse: Jedem Liter Diesel müssten zehn Prozent Biodiesel beigemischt werden. „Wenn Global 2000 sagt, Biodiesel ist nicht umweltfreundlich, dann sollten die mit dem Umweltminister reden. Dann muss ich das Gesetz hinterfragen.“

Seit 20 Jahren nenne sich sein Unternehmen bereits „öko“, das habe zwei Ursachen: Die erste Biodiesel-Tankanlage Österreichs stand bei Roth, ebenso die erste Recycling-Autowaschanlage der Steiermark.

38 Roth-Tankstellen gibt es in der Steiermark; dazu kommen noch einige, die unter anderem Namen laufen. Sie machen nur einen Bruchteil des Geschäfts des Unternehmens aus: Vom den jährlichen 1,3 Milliarden Euro Umsatz stammten nur sechs Prozent aus diesem Bereich, rechnet Jürgen Roth vor.

In einem Kritikpunkt trifft sich der Firmenchef jedoch mit den Umweltschützern. „Wenn weltweit immer mehr Flächen, die zum Nahrungsmittelanbau benötigt werden, für Pflanzen für Biodiesel verwendet werden, dann wird das ein Problem“, betont Roth. Sein Biodiesel bestehe aber zum Großteil aus altem Speiseöl, das zu Biosprit umgewandelt werde.

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