Chronik | Österreich
16.05.2018

Graz: Mutmaßliche Dschihadisten zu jeweils drei Jahren verurteilt

Die zwei Männer stammen aus Tschetschenien. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

Zwei junge Männer sind am Mittwoch im Grazer Straflandesgericht zu jeweils drei Jahren teilbedingter Haft verurteilt worden. Ihnen wurden die Verbrechen der kriminellen Organisation, terroristischen Vereinigung, Finanzierung von Terrororganisationen sowie Betrug mit Krankengeld und Notstandshilfe vorgeworfen. Die Angeklagten zeigten sich teilweise geständig, das Urteil ist nicht rechtskräftig.

Der erstangeklagte Tschetschene (24) soll einem Freund geholfen haben, nach Syrien zu kommen und dort für die Terrororganisation "Islamischer Staat" (IS) zu kämpfen. Damit dieser weiterhin Notstandshilfe beziehen konnte, gab er sich beim Arbeitsamt bei einem Kontrollbesuch als sein Freund aus.

Für dessen Mutter soll der Angeklagte Rezepte vom Arzt abgeholt haben, damit ihr von der Gebietskrankenkasse weiterhin das Krankengeld ausbezahlt wird. Mit dem Geld wurde unter anderem der Flug des zweiten Angeklagten (23), der ebenfalls Tschetschene ist, in die Türkei bezahlt, weil dieser ebenfalls in Syrien kämpfen wollte. In Istanbul überlegte er es sich aber anders und kam nach Graz zurück.

Beide wurden vom Schöffensenat für schuldig befunden und zu jeweils drei Jahren Haft, davon zwei Jahre bedingt, verurteilt. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.