Graz: Menschliche Tragödie hinter Bluttat

Ein 72-Jähriger stach auf seine Ehefrau ein - die Frau konnte flüchten. Der Mann verletzte sich daraufhin selbst, er starb.
Ein Einsatzfahrzeug der österreichischen Polizei mit eingeschaltetem Blaulicht.

Mit Gewalt endete Donnerstagnacht in Lieboch bei Graz eine langjährige Ehe. Ein 72 Jahre alter Pensionist stach auf seine 75-jährige Frau ein. Das Opfer konnte sich mit Wunden am Ohr, im Gesicht und an den Händen zum Sohn, der im selben Haus lebt, flüchten.

Der mutmaßliche Täter fügte sich dann selbst mas­sive Stiche in Brust und Bauch zu. Die alarmierte Polizei fand ihn im Bett liegend auf, er war nicht mehr ansprechbar. Der Mann starb am Freitag im LKH Graz.

Hinter dieser Bluttat steckt eine menschliche Tragödie. Der Mann war an Leukämie erkrankt, seine Frau leidet unter Demenz. Ob ein Streit des Paares Auslöser für die Tat war, kann die Kripo nicht sagen. Angeblich soll der pensionierte Unternehmer leicht in Rage geraten sein.

Kein Indiz

Der 33-jährige Sohn und dessen Freundin, 30, stehen unter Schock. Sie gaben an, nichts Verdächtiges bemerkt zu haben. Er habe zwar ein seltsames Geräusch gehört, sagt der Sohn, doch er habe gedacht, es komme von einer Katze. Ein Indiz, dass der Pensionist seinem und dem Leben seiner Frau ein Ende machen wollte, fehlt ebenfalls.

Die Einvernahme des Opfers gestaltet sich wegen des Geisteszustandes schwierig. Die Frau kann sich nicht so recht erinnern, was warum vorgefallen ist.

Die Jungen im Haus haben sich um das betagte Paar gekümmert – die Eltern wollten nie in einem Altenheim enden.

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