Granate ging unter Mäher hoch
Es war eine ordentliche Explosion", schildert Josef Fritz den Vorfall. Er scheint es am Freitag schon gelassen zu nehmen, dass er mit seinem Mähtraktor am Mittwoch eine Panzerabwehrgranate zum Detonieren gebracht hat. Er sitzt schon wieder in seiner Fahrerkabine und mäht die Gemeindestraßen von Mischendorf und den fünf Ortsteilen.
Kriegsrelikt
Am Mittwoch war Fritz damit beschäftigt einen Waldweg im Ortsteil Neuhaus in der Wart zu mähen. Gegen 14 Uhr kam es zu einer Explosion unter seinem Mähbalken. Im ersten Schreck konnte er den Grund für die Detonation noch nicht ausmachen. Doch dann fand der Gemeindearbeiter einen Teil einer Panzerabwehrgranate.
„Der Sprengkörper war ein Relikt aus dem Zweiten Weltkrieg", erklärt ein Polizist. Durch das Mähwerk dürfte der Zünder ausgelöst worden sein und es kam zur Explosion. „Vom Reifen sind Fetzen weggeflogen und im Mähwerk ist eine Delle", erklärt der Gemeindearbeiter. Außer Sachschaden ist nichts passiert. „Zum Glück", sagt Brigitte Schendl, die Bürgermeisterin der südburgenländischen Ortschaft. „Mäharbeiten wurden in dem Bereich bestimmt schon fünf Mal durchgeführt, passiert ist bisher nichts", erklärt die SP-Politikerin.
Fritz stieg von seinem Traktor und fand einen Splitter des Sprengkörpers im Vorderreifen seines Traktors. Ein Teil der Granate lag noch unter dem Mähwerk, der andere mitten im Wald. „Sie war so groß wie das Ei einer Gans", erklärt Fritz. Sofort alarmierte die Gemeinde die Behörden und die Polizei stellte die zwei Teile des Kriegsrelikts sicher. Der Fundort wurde abgesperrt. Freitagnachmittag war auch der Entminungsdienst des Innenministeriums vor Ort und untersuchte mit einem Metalldetektor das Gelände nach weiteren Sprengkörpern. Bis zu fünf Meter Tiefe zeigt das Messgerät Metall in der Erde an.
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