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Prozess
08/28/2013

Geschäftspartner "entführt": Drei Bosnier verurteilt

Angeklagte wurden in Kärnten wegen Freiheitsentziehung verurteilt - Urteile rechtskräftig.

Drei Männer aus Bosnien im Alter von 22 bis 38 Jahren sind am Mittwoch am Landesgericht Klagenfurt wegen Freiheitsentziehung, schwerer Nötigung und Widerstands gegen die Staatsgewalt zu teilbedingten Haftstrafen von zwölf bis 18 Monaten verurteilt worden. Noch im März hatte die Staatsanwaltschaft sie aufgrund derselben Tat wegen erpresserischer Entführung angeklagt. Die Geschworenen sprachen sie und drei weitere Männer jedoch von diesem Vorwurf frei. Ihnen hätten zehn bis 20 Jahre Haft gedroht. Die Richter setzten die Sprüche der Geschworenen sofort wegen Irrtums aus. Die nun gefällten Urteile sind hingegen rechtskräftig.

Wegen der geänderten Anklage mussten sich die drei Bosnier diesmal vor Einzelrichter Dietmar Wassertheurer verantworten. Staatsanwalt Christian Gutschi warf den Männern erneut vor, ihren Villacher Geschäftspartner im Mai des vergangenen Jahres mehrfach bedroht und nach Laibach gebracht zu haben. Er war ihnen die Entlohnung für einen Bauauftrag und Werkzeug im Wert von 7.000 Euro schuldig geblieben. Von der damaligen Lebensgefährtin des Opfers forderten die Bosnier daher 30.000 Euro. Sie untermauerten die Forderung mit weiteren Drohungen. Die Männer wurden bei der Geldübergabe in Slowenien festgenommen. Bis zum Ende des ersten Prozesses saßen sie zehn Monate in Untersuchungshaft.

Die drei Männer, sie alle waren unbescholten, bekannten sich im Wesentlichen schuldig. Der Ankläger beantragte Schuldsprüche und angemessene Bestrafung. Dabei möge das Gericht ein "deutliches Zeichen" setzen, um andere Gläubiger von Baufirmen von ähnlichen Taten abzuhalten. Die Verteidiger betonten, dass die Ansprüche der Angeklagten zu Recht bestanden hatten. Sie räumten aber ein, dass die gewählten Mittel nicht angemessen waren.

Drahtzieher erhielt höchste Strafe

Der 38 Jahre alte "Drahtzieher" der Gruppe, damals der Subunternehmer des Villacher Opfers - bei ihm waren die anderen Angeklagten angestellt - bekam mit 18 Monaten, zwölf davon bedingt, die höchste Strafe. Der 25-jährige Angeklagte, der bei der Tat mit der Lebensgefährtin des Opfers und der Polizei telefoniert und als Dolmetscher fungiert hatte, bekam 15 Monate, zehn davon bedingt. Der 22-jährige Fahrer bekam zwölf Monate, acht davon bedingt. Sie alle haben den unbedingten Teil der Strafen mit der Untersuchungshaft bereits erledigt.

"Es ist ganz klar falsch, was da gelaufen ist. Es geht nicht, dass wir anfangen, das ohne Gerichte zu machen", sagte der Richter nach der Urteilsverkündung. Die Angeklagten nahmen die Urteile an, auch der Staatsanwalt erklärte Rechtsmittelverzicht.

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