Chronik | Österreich
10.10.2017

Geldkoffer lag im Keller: Makler angeklagt - und freigesprochen

Der - profitable - Verkauf einer Liegenschaft brachte Steirer vor Gericht.

Ein Steirer mietet eine Wohnung, räumt das dazugehörende Kellerabteil und findet dort 180.000 Euro: In einem Koffer, über den ein Handtuch gebreitet war. Der Mann meldet den Fund. Damit beginnt der erste Teil des Krimis, der im April tatsächlich in Graz-Umgebung über die Bühne ging.

Der zweite Teil wird am Dienstag im Grazer Straflandesgericht aufgeführt. Hauptakteure: Ein Immobilienmakler als Angeklagter, seine frühere Klientin als Zeugin. Der Makler, 47, ist wegen Geldwuchers angeklagt: Er soll aus dem Verkauf eines Grundstücks der Zeugin mehr an Provision verlangt haben als ihm zustand, statt 110.000 Euro gleich 700.000 Euro. Einen Teil davon soll er mit in die USA genommen haben, 180.000 Euro jedoch in dem Koffer im Kellerabteil gelassen haben. "Mir ist klar, dass das blöd ausschaut", gesteht er zu. Dann sei das Abteil neu vermietet worden und die Geschichte mit dem Schatz im Keller durch die Medien gegeistert.

Erfolgshonorar

Die üppige Provision sei "Erfolgshonorar", verteidigt sein Anwalt: Immerhin habe es der 47-Jährige geschafft, den zunächst als landwirtschaftliche Nutzfläche ausgewiesenen Grund zum Bauland widmen zu lassen. Damit habe sich dessen Wert von den erst 130.000 Euro auf 3,7 Millionen Euro erhöht. "Das ist schon ein Unterschied", kommentiert die Richterin.

Der Steirer bekommt jetzt den beschlagnahmten Schatz wieder: Die Richterin spricht ihn wegen Geldwuchers frei, verurteilt ihn aber (nicht rechtskräftig) zu fünf Monaten bedingt wegen Anstiftung zur Falschaussage. Er soll nämlich die Klientin gedrängt haben, bei der Polizei anzugeben, die 180.000 Euro gehörten ihr.

Völlig ausgestanden ist die Sache aber noch nicht: Das Finanzamt hat ein paar steuerliche Fragen.