Chronik | Österreich
30.06.2018

„Ganzjährige Kinderbetreuung würde genützt werden“

Ingrid Moritz – Arbeiterkammer-Expertin für Frauen und Familie – über geschlossene Kindergärten während der Sommerferien.

KURIER: Welche Bundesländer sind besonders betroffen ?

Ingrid Moritz: Tirol ist mit 26,7 Schließtagen Spitzenreiter, knapp dahinter sind Kärnten (22,0) und Vorarlberg (20,4). Am besten sieht es in Wien aus.

Wie lassen sich diese Unterschiede erklären?

Die gesetzlichen Rahmenbedingungen sind Landessache. Faktoren, die eine Rolle spielen können, sind: Die Frage der Finanzierung und die Auslastung in den Sommermonaten. Ich glaube jedoch, dass ganzjährige Öffnungszeiten genützt werden würden, da Arbeitnehmer ja nur fünf Wochen Urlaub im Jahr haben und es auch viele Alleinerziehende gibt.

Wird das zukünftig durch den 12-Stunden-Tag schwieriger?

Hier werden die täglichen Schließzeiten ein Problem. Außerhalb Wiens haben so gut wie keine Kindergärten zwölf oder mehr Stunden geöffnet.

Was wären Lösungsansätze?

Notwendig sind bundeseinheitliche Standards mit einer Regelung der Schließtage. Jedenfalls sollten Kindergärten in Summe nicht länger als fünf Wochen im Jahr geschlossen sein.