Einsatz der Feuerwehr in Kienberg, Bezirk Scheibbs

© Feuerwehr Kienberg

Chronik Österreich
10/03/2020

Föhnsturm: Straßensperren in Salzburg, OÖ und der Steiermark

Zwei Burschen gerieten am Zeller See in Seenot. Ramsau kurzzeitig nicht erreichbar.

Der Föhnsturm in den Bergen von Salzburg und Oberösterreich hat am Samstag für etliche Feuerwehreinsätze gesorgt. In Salzburg rückten bis kurz vor 14.00 Uhr 27 Feuerwehren zu 46 Einsätzen aus, berichtete das Landefeuerwehrkommando. Mehr als 400 Mann waren - vor allem im Pinzgau und im Tennengau - etwa damit beschäftigt, Verkehrswege von umgestürzten Bäumen zu befreien und Dächer zu sichern. Zudem mussten vereinzelt gekappte Stromleitungen repariert werden.

Wegen des Föhnsturms sind am Samstagvormittag auch zwei 15-jährige Burschen am Zeller See in Seenot geraten. Den beiden jungen Seglern war es bei Windspitzen von bis zu 93 km/h nicht mehr gelungen, mit ihrem Katamaran das Ufer zu erreichen. Bei einem Wendemanöver kenterte das Boot schließlich. Wegen eines bereits laufenden Einsatzes wurde ein Wasserretter aber sofort auf die Notlage der Jugendlichen aufmerksam.

Trotz widriger Bedingungen - es herrschte Windstärke 7 bis 8 mit starkem Wellengang - gelang es einem Boot der Wasserrettung und einem Boot der Polizei, die beiden 15-Jährigen rasch zu erreichen. "Die Wellen waren zu diesem Zeitpunkt gut einen bis 1,50 Meter hoch", sagte Michael Kling von der Wasserrettung des Samariterbunds zur APA. Die zwei Segler konnten unverletzt geborgen und ihr gekenterter Katamaran ans Ufer gezogen werden.

Die Einsatzkräfte waren ursprünglich alarmiert worden, weil ein am Ufer festgemachtes Boot durch Wind und Wellen vollzulaufen drohte. "Wir haben das Boot ausgepumpt und herausgehoben", sagte Kling. Und wie die Polizei berichtete, konnte auch ein mit zwei Insassen besetztes Ruderboot noch sicher durch das Polizeiboot ans Ufer geleitet werden.

Oberösterreich

Während der Sturm in den Föhnstrichen Salzburgs für Temperaturen jenseits der 25 Grad Celsius sorgte und ab dem frühen Nachmittag bereits schwächer wurde, häuften sich die Alarmierungen im südlichen Oberösterreich. Neben Einsätzen in den Bezirken Gmunden und Kirchdorf mussten sowohl die Straßen- wie die Bahnverbindung am Koppenpass gesperrt werden, hieß es vonseiten des Landesfeuerwehrverbands OÖ zur APA.

"Der Föhn wird am Abend aber kaum noch spürbar sein", sagte eine Meteorologin der ZAMG zur APA. Der Wind werde in Oberösterreich dabei einige Stunden länger anhalten als in Salzburg. "Zusammenbrechen wird der Föhn heute aber nicht." So seien am Sonntag etwa in den Hohen Tauern erneut Windspitzen von 70 bis 80 km/h möglich.

Steiermark

In der Obersteiermark haben heute Unwetter für Schäden gesorgt. Ersten Meldungen der Polizei zufolge wurden zum Beispiel entlang der Gesäuse Straße (B146) Bäume entwurzelt, sie stürzten auf die Oberleitung der Rudolfsbahn. Straße und Bahnstrecke waren zumindest vorübergehend gesperrt. Die Polizei appellierte auf APA-Anfrage an die Menschen, während des Sturms auf nicht notwendige Fahrten mit dem Auto zu verzichten und zu Hause zu bleiben.

Auf einem Parkplatz nahe des Gleinalm Tunnels bei St. Michael in der Obersteiermark (Bezirk Leoben) wurde ein Lkw von einem umstürzenden Baum getroffen. Ramsau am Dachstein war kurzzeitig über den Straßenweg nicht erreichbar. Von Behinderungen bzw. einer Sperre betroffen war am Nachmittag auch die Buchauer Straße (B117) beim Buchauer Sattel.

Kärnten

In Kärnten wurden bis zum späten Nachmittag 15 wetterbedingte Feuerwehreinsätze verzeichnet. Es galt umgestürzte Bäume zu entfernen und Überschwemmungen zu bekämpfen, hieß es bei der Landesalarm- und Warnzentrale. Betroffen waren in erster Linie die Bezirke Hermagor und Spittal an der Drau. Gegen 16.30 Uhr meldete die Polizei einen Murenabgang am Plöckenpass, weswegen die Plöckenpass Straße (B110) für den gesamten Verkehr gesperrt wurde, sowie die Sperre der Gailtal Straße (B111) auf Höhe der Ortschaft Jenig, Gemeinde Hermagor, wegen umgestürzter Bäume.

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