Hirsch "Ernstl" flüchtete vor den Schneemassen in die Scheune einer Kärntner Familie.

© Astner

Chronik Österreich
02/08/2021

Ex-Skistar macht auf Not von Wildtieren aufmerksam

Olympiasieger und Weltmeister Fritz Strobl macht sich in einem Video der Kärntner Jägerschaft für Wildtiere stark.

von Anja Kröll

Tief verschneite Hänge, Pulverschnee, die perfekte Abfahrt: Dies sieht man auf einem fast dreiminütigen Video, das die Kärntner Jägerschaft am Montag veröffentlichte. Mitten drin, Ski-Legende Fritz Strobl: "Ein Winter wie im Bilderbuch. Traumhafte Verhältnisse im Gelände, viel Schnee, perfekt für Skifahrer. Aber nicht perfekt für Wildtiere und Jungwälder." Genau damit bringt der Olympiasieger und Weltmeister ein riesiges Problem dieses Winters auf den Punkt. 

Sportler stressen Wild

Die Wildtiere im Süden des Landes leiden nach den massiven Schneefällen höchste Not. Hinzu kommt, dass der Lockdown derzeit besonders viele Spaziergänger und Freizeitsportler in die Natur und somit in den Lebensraum des Wildes treibt. Sie verscheuchen das hochsensible Rot-, Reh- oder Schwarzwild von den Futterplätzen. Das erhöht die Sterblichkeit des Wildes. Denn die Tiere haben einerseits weniger Nahrung und andererseits einen erhöhten Kraftaufwand durch die Flucht im meterhohen Schnee. Völlig ausgelaugt von dieser Hetzjagd steigt die Wildsterblichkeit.

"Fritz Strobl ist selbst Jäger und Landwirt. Ihm war es ein persönliches Anliegen, sich für die Thematik stark zu machen", erklärt Mario Deutschmann, Verwaltungsdirektor der Kärntner Jägerschaft. Mit dem Video will die Jägerschaft sensibilisieren und aufklären. "Gerade heuer, im Corona-Winter suchen viele Menschen Erholung in den Bergen und sind sich oft der Problematik des Wildes gar nicht bewusst. Wir wollen nicht mit dem erhobenen Zeigefinger dastehen. Strobl war selbst Sportler und kann das ideal vermitteln", sagt Deutschmann. 

Völlig entkräftete Tiere

Bereits seit Wochen sorgen ganz andere Videos in Kärnten für Aufsehen: Wildtiere, die entkräftet nach Futter suchen oder sich entkräftet durch den meterhohen Schnee kämpfen. "Wenn diese Videos viral gehen, hoffen wir, dass es unseres auch tut und aufklärt", sagt Deutschmann. 

Für Schlagzeilen hatte bereits der Fall des Hirsches "Ernstl" gesorgt. Der vier bis fünfjährige Hirsch hatte in der Scheune der Familie Astner im Kärntner Gailtal Zuflucht vor den Schneemassen gesucht. Die Familie fütterte ihn mit Karotten, Äpfeln und Heu, bis das Tier wieder zu Kräften kam. 

Wie ernst auch das Land die Problematik des Wildes und zu wilden Sportlern nimmt, verdeutlichte ein extra im Jänner einberufener virtueller Wildtiergipfel. Alpine Vereine, Jägerschaft, Bergwacht und Bergwanderführer, Tourismus und Landwirtschaftskammer berieten auf Einladung von VP-Landesrat Martin Gruber, wie man die Interessen beider Parteien vereinen könnte. 

Wie sagt Fritz Strobl in dem Video, das von Lukas Dürnegger produziert wurde: "In meiner Skikarriere war mir Respekt immer sehr wichtig. Umso wichtiger ist mir jetzt beim Tourengehen, der Respekt vor der Natur."

Fritz, "The Cat", Strobl hätte es für Hirsch&Co. nicht besser auf den Punkt auf bringen können. 

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