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Chronik Österreich
08/27/2019

Ermittlungen nach Tod einer 16-Jährigen in Betreuungseinrichtung

Mädchen nahm im Internet bestellte Medikamente und starb am eigenen Erbrochenen - Verdacht gegen WG-Betreuer.

Die Staatsanwaltschaft Klagenfurt ermittelt nach dem Tod eines 16-jährigen Mädchens im vergangenen Jahr in einer betreuten Wohneinrichtung im Raum Villach. Und zwar wegen des Verdachts der grob fahrlässigen Tötung beziehungsweise unterlassener Hilfeleistung gegen vier Personen. Die Jugendliche hatte im Internet bestellte Medikamente genommen und war danach am eigenen Erbrochenen erstickt.

Das Versandpaket mit den Medikamenten wurde der 16-Jährigen angeblich ohne Kontrolle ausgehändigt. Die Ermittlungen richten sich gegen Betreuer des Mädchens. Das Verfahren sei noch nicht abgeschlossen, ein medizinisches Gutachten, das die gesetzten Maßnahmen bewerten soll, sei noch ausständig, sagte dazu Tina Frimmel-Hesse, Sprecherin der Staatsanwaltschaft, am Montag.

„Wenn es Missstände gibt, sind schärfste Konsequenzen zu ziehen.“

Die FPÖ nimmt den Fall nun auf und wirft der Kärntner Jugendhilfe „Multiorganversagen“ vor. Für Mittwoch wurde eine Pressekonferenz anberaumt, bei der angeblich auch der Vater des Mädchens über seine Erfahrungen sprechen wird.
Das Land Kärnten hat zum Fall der im vergangenen Jahr verstorbenen 16-Jährigen betont, dass es wegen der laufenden Ermittlungen nicht möglich sei, zu einem offenen Verfahren Stellung zu beziehen. Grundsätzlich sei man aber „selbstverständlich daran interessiert und bemüht, den schrecklichen Vorfall vollständig aufzuklären“, hieß es auf Anfrage aus dem Büro von LHStv. Beate Prettner (SPÖ).

Die freien Träger der Kinder- und Jugendhilfe – die für die Betreuung an Ort und Stelle verantwortlich zeichnen – hätten sich an festgeschriebene Qualitätsstandards zu halten, wurde in der Stellungnahme vom Montag betont. Und: „Wenn es Missstände gibt, sind schärfste Konsequenzen zu ziehen.“