Chronik | Österreich
08.04.2018

Erhebliche Lawinengefahr in Tirol

Landesstelle warnt. Zwei Tourengeher am Samstag verschüttet und schwer verletzt. Seit Wochen vermisster steirischer Tourengeher tot gefunden.

Die Lawinengefahr in Tirol wird im Laufe des Sonntags deutlich ansteigen, warnte die zuständige Landesstelle. Sie erhöht sich im Laufe des Vormittags auf die Stufe drei und kann lokal sogar "erheblich" sein. Tourengeher wird zu großer Vorsicht geraten. Am Samstag war bei zwei Lawinenabgängen jeweils eine Person mitgerissen und schwer verletzt worden.

Bei Innsbruck war ein 35 Jahre alter deutscher Tourengeher mit drei Bekannten auf den Leutascher Dreitorspitz aufgebrochen. Bei der Abfahrt am frühen Nachmittag wollte er gerade auf einer Seehöhe von rund 1.700 m einen Lawinenkegel überqueren, als sich oberhalb von ihm eine Nassschneelawine löste, ihn erfasste und rund 200 Meter mitriss. Er konnte seinen Lawinenairbag auslösen, so die Polizei, so dass er teilverschüttet liegen blieb. Der schwerverletzte Mann musste mit dem Tau geborgen und mit dem Hubschrauber in die Klinik Innsbruck geflogen werden.

Nassschneelawine

Eine 52-jährige Frau löste in Boden in den Lechtaler Alpen (Bez. Imst) eine Nassschneelawine aus, als sie mit ihrem Mann mit Schneeschuhen im Bereich der Hanauer Hütte unterwegs war. Auch sie wurde etwa 200 Meter weit mitgerissen und schwer verletzt. Ihrem Mann und sich zufällig in der Nähe aufhaltenden Personen gelangt es, sie zu bergen. Die deutsche Tourengeherin wurde mit dem Hubschrauber in die Innsbrucker Klinik eingeliefert.

Tourengeher tot gefunden

Ein seit Wochen vermisster Tourengeher aus dem Bezirk Murtal ist am Samstag in der Südrinne des Seckauer Zinkens in den Niederen Tauern (Bezirk Murtal) tot aufgefunden worden. Wie die Polizei am Sonntag bekannt gab, wurde die Leiche des 52-Jährigen von einem Lawinensuchhund unter einem halben Meter Schnee erschnüffelt.

Der Mann war seit dem 20. März abgängig, ein Lawinenabgang wurde vermutet, mehrere Suchaktionen blieben seither aber erfolglos. Am Samstag wurde erneut eine Suche im vermuteten Unfallgebiet durchgeführt, diesmal mit Erfolg. Die Leiche wurde von der Polizei geborgen und mit einem Hubschrauber zu Tal gebracht. Fremdverschulden ist auszuschließen