Chronik | Österreich
02.01.2019

Ehe für alle: Zwei Steirerinnen sagten als Erste "Ja"

Standesamtliche Eheschließungen sind für gleichgeschlechtliche Paare seit Jahresanfang möglich.

In Velden am Wörthersee haben zwei Steirerinnen gleich zu Beginn des neuen Jahres den Bund fürs Leben geschlossen.

Die beiden 37-jährigen Frauen aus Altenberg an der Rax waren die Ersten, die die Möglichkeit zur "Ehe für alle" nutzten. Standesamtliche Eheschließungen bei gleichgeschlechtlichen Paaren sind in Österreich auf Grund einer Entscheidung des Verfassungsgerichtshofs seit Anfang des Jahres möglich. 

Die Eheschließung der Steirerinnen Nicole Kopaunik und Daniela Paier erfolgte bereits fünf Minuten nach Mitternacht durch einen Standesbeamten in Velden.

Mit einem "Frohes neues JA" hat die Sozialdemokratische Homosexuellenorganisation (SoHo) am Mittwoch auf die gesetzlich nun mögliche "Ehe für alle" angestoßen. SPÖ-Gleichbehandlungssprecher Mario Lindner sprach dabei von einem historischen Tag, sah für die Community aber noch "viel zu tun".

Mit überdimensionierten Eheringen aus Styropor als Deko, Sachertorte und Sekt wurden die "Ehe für alle" sowie die Eingetragene Partnerschaft für Heteros am Ballhausplatz vor dem Bundeskanzleramt gefeiert. Lindner erklärte bei der Aktion, dass Homosexuelle in der Arbeitswelt bereits gut gegen Diskriminierung abgesichert seien, es brauche aber noch den Schutz vor Diskriminierung im Privatleben. Auch drängte er darauf, dass die Forderungen des Frauenvolksbegehrens umgesetzt werden. Kritik übte Lindner außerdem daran, dass die Betroffenen bei der Umsetzung des dritten Geschlechtseintrags nicht eingebunden gewesen seien.

Erste "Ehe für Alle" geschlossen