Drogen: Leichter Rückgang der Todesfälle
Die Zahl der Menschen, die in Österreich an einer Überdosis Drogen starben, ist leicht gestiegen. Das geht aus dem am Montag veröffentlichten Bericht des Gesundheitsministeriums hervor. Demnach war in 177 Fällen die Suchtgift-Überdosierung durch die Obduktion belegte Todesursache. 2010 waren es 170 Fälle gewesen. Dazu kommen 24 weitere wahrscheinlich "suchtbezogene" Todesfälle, die nicht obduziert wurden (2010: 17).
Dabei war etwa ein Viertel der Verstorbenen weiblich, 76 Prozent waren Männer. 32 Prozent waren zum Zeitpunkt des Todes unter 25 Jahre alt. Unter den Bundesländern liegt bei der Häufigkeit von tödlichen Überdosierungen Wien an der Spitze.
Die meisten Todesfälle (79 Prozent) wurden 2011 in Wohnungen registriert. 2010 waren es 73 Prozent gewesen. "Man könnte vermuten, dass der Tod auf der Straße schneller bemerkt und die Rettung eher alarmiert wird, als im privaten Bereich", erklärt die nationale Drogenkoordinatorin Johanna Schopper.
Mischkonsum
Am gefährlichsten ist weiterhin der Mischkonsum verschiedener Suchtgifte. Im Jahr 2011 galt das für 151 Fälle (89 Prozent). "Das zieht sich über die Jahre, dass in der überwiegenden Mehrzahl der Fälle eine Mischung verschiedener Drogen oder aus Drogen und Medikamenten oder Alkohol die Todesursache ist", erklärt Schopper. "Diese Menschen sind meistens schwer drogenabhängig."
Das Gesundheitsministerium setzt auf Prävention, "damit möglichst viele Betroffene an Betreuungsstellen andocken können".
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