An Schulen ist Rauchen generell verboten

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Chronik Österreich
02/14/2019

Das Raucher-Eck soll wieder her

Das „Schülerparlament“ des Kärntner Landtages will die Zigarette am Schulhof wieder gestatten.

von Elisabeth Holzer

„An den Berufsschulen ist das ein großes Thema“, verteidigt Peter Hartl einen Antrag des „Schülerparlaments“, der sich von 14 weiteren Beschlüssen doch gewaltig abhebt: Darin fordern die Jugendlichen die „Neuregelung des Rauchverbots an Schulen“ - durch schulinterne Raucherbereiche. Was im Beschluss ein bisschen verklausuliert formuliert wurde, wäre in der Übersetzung die Rückkehr der Raucherhöfe.

Der Antrag wurde bereits am 10. Dezember angenommen, aber erst jetzt publik. Kommende Woche müssen sich nämlich gewählte Mandatare damit befassen, er ist Tagesordnungspunkt 5 im Ausschuss für Frauen, Generationen und Integration. Das „Schülerparlament“ ist eine Einrichtung des Landtages, im Vorjahr hatte es seine erste Sitzung.

Verlagerung

Zumindest beim österreichweiten Aufsehen landete das „Schülerparlament“ mit diesem Antrag einen Volltreffer. Rauchen ist seit Jahresbeginn erst ab 18 Jahren erlaubt, seit einem halben Jahr schon gilt ein generelles Rauchverbot an den Schulen, das trifft auch Lehrer. „Es ist ja auch nicht der Sinn, dass man das Rauchverbot weniger streng machen soll“, beschreibt Peter Hartl, stellvertretender Landessprecher der berufsbildenden mittleren und höheren Schulen. „Aber an den Schulen muss man das anders regeln als jetzt.“ Es seien schließlich zahlreiche Schüler älter als 18 Jahre, das treffe die Maturajahrgänge der AHS sowie die vierten und fünften Klassen der BHS, aber vor allem auch die Berufsschulen.

Die erwachsenen Raucher dort würden einfach vor das Schulgelände wechseln. „Es gibt schon Beschwerden von Anrainern und Anzeigen wegen Belästigung und Verschmutzung.“ Etwa weil Zigarettenstummel achtlos weggeworfen würden, das sei einfach kein gutes Bild. „An den Raucherplätzen am Schulgelände hat es Aschenbecher gegeben“, erinnert Hartl. „Man muss das Konzept neu planen und überdenken.“ Im Gegenzug könnten sich die Jugendlichen auch mehr Kontrolle vorstellen: „Nur an wenigen Schulen wird kontrolliert, ob wirklich nur Über-18-Jährige rauchen“, mahnt Hartl.

Mit der medialen Resonanz und Tragweite ihres Antrages dürften die Schülervertreter nicht gerechnet haben. „Es war einer von 15 Beschlüssen“, betont Hartl. In denen ging es unter anderem um mehr politische Bildung, Talentförderung, Mülltrennung oder gesunde Ernährung in den Schulen. Bei der Ausschusssitzung am Dienstag haben die Vertreter des „Schülerparlaments“ Rederecht. Die jüngste Novelle der Kärntner Landesverfassung hat das Gremium insofern auch aufgewertet, dass dessen Beschlüsse nun verpflichtend im Landtag behandelt werden müssen.

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