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Chronik Österreich
10/23/2020

Coronavirus: Hausärzte dürfen testen, doch Tests fehlen

Seit Donnerstag dürfen Hausärzte ihre Patienten auf das Coronavirus testen. Doch es fehlt an Tests.

Seit Donnerstag können Hausärzte nun auch Corona-Antigentests durchführen - auf "freiwilliger Basis", wie Gesundheitsminister Rudolf Anschober betonte. Nach telefonischer Terminvereinbarung können Patienten mit Symptomen einen Abstrich beim Hausarzt abnehmen lassen. 

Nach zehn bis maximal zwanzig Minuten liegt das Ergebnis vor. Damit sind die Antigen-Tests "ab sofort ein wichtiger Teil unserer Teststrategie", so Anschober. Ein weiterer Vorteil: Mit Kosten von rund zehn Euro pro Test sind Antigentests günstiger als PCR-Tests. Die Kosten sollen von der Krankenkasse übernommen werden.

Die Österreichische Ärztekammer steht den Schnelltests prinzipiell positiv gegenüber, doch hat sie einige wesentliche Kritikpunkte geäußert. 

Der wohl dringlichste: "Nicht einmal die Tests stehen schon zur Verfügung", sagt Johannes Steinhart, Vizepräsident der Österreichischen Ärztekammer und Bundeskurienobmann der niedergelassenen Ärzte.

"Selbst wenn sie gerne testen möchten, können sie das noch nicht, weil die Tests nicht da sind. Es kann nicht sein, dass Ärzte, die derzeit ohnehin unter Dauerbelastung stehen, diesen Schnellschuss ausbaden müssen", stößt Edgar Wutscher, Obmann der Bundessektion Allgemeinmedizin, ins selbe Horn.

Anschober hatte am Mittwoch in einer Pressekonferenz versichert, dass es ausreichend Tests gebe.

Räumliche Voraussetzungen nicht gegeben

Ärztekammer-Präsident Thomas Szekeres betonte weiters, dass die Schnelltests in den meisten Ordinationen in Wien nicht durchgeführt werden können, da die räumlichen Voraussetzungen dafür nicht gegeben sind. "Die Verordnung des Ministers ist nicht im Einvernehmen mit der Kammer erlassen worden, wesentliche Gespräche wurden nicht zu Ende geführt oder gar nicht mit uns gesucht. Die für Wien geplante Lösung mit Containern ist auch noch nicht fertig verhandelt", kritisierte er.

Die räumliche Trennung von infektiösen und nicht infektiösen Patienten ist zentral um weitere Ansteckungen zu vermeiden. Daher müssen Patienten, die sich für einen Schnelltest beim Hausarzt interessieren, zuvor in der Ordination anrufen. Nach Möglichkeit sollen sie in der jeweiligen Praxis örtlich oder zeitlich getrennt behandelt werden.

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