Busunglück: "Wir hatten alle Schutzengel"

Nach dem Crash bei Zwettl in NÖ zwischen einem Pkw und einem Bus mit einer Toten und 16 Verletzten loben die Opfer die Retter.
Ein Bus liegt nach einem Unfall auf der Seite, Rettungskräfte sind vor Ort.

Plötzlich ist das kleine Auto aus der Kolonne ausgeschert und in unseren Bus gekracht." Christine Richter, 67, aus Brunn am Gebirge saß mit ihrem Mann Günther, 72, in der ersten Reihe jenes Reisebusses, der am Samstag bei Zwettl in Niederösterreich in einen schweren Unfall verwickelt wurde. Bei dem Crash bei winterlichen Fahrverhältnissen auf der B 36 kam, wie berichtet, eine 18-jährige Autofahrerin ums Leben. 16 der 49 Businsassen mussten leicht verletzt im Spital verarztet werden.

Die Fahranfängerin Katharina H. aus dem Bezirk Zwettl dürfte bei heftigem Schneetreiben mit ihrem Fahrzeug ins Schleudern geraten sein, sagt Augenzeugin Richter. An das Unglück erinnert sie sich genau. Der Zusammenstoß mit dem entgegenkommenden Pkw war heftig. Der Buschauffeur habe vergeblich versucht, sein Fahrzeug auf der Fahrbahn zu halten. "Dann sind wir im Straßengraben zur Seite gekippt", erinnert sich Richter. Sie hat sofort zum Handy gegriffen und den Notruf 144 angewählt.

Bis zum Eintreffen der Rettungskräfte verlief im Bus alles ruhig und ohne Hysterie, erinnern sich Richter und Reiseleiterin Brigitte Mandelik. Schon seit neun Jahren gibt es den Ausflug des Brunner Geselligkeitsvereins zum herbstlichen Fischschmaus nach Echsenbach. "Heuer hatten wir alle Schutzengel. Gott sei Dank, es hätte eine Katastrophe geben können", sagt die 57-Jährige geschockt.

Einsatz

Ein älteres Paar sitzt nebeneinander vor einem Fenster.

Das Vorgehen der fast 200 Rettungskräfte und Feuerwehrleute sei vorbildlich gewesen, schildern die Opfer. Zur Erstversorgung rückten praktische Ärzte an. "Sie haben das Heckfenster eingeschlagen und uns jeden Schritt ins Freie angesagt", sagt Richter.

Im Feuerwehrhaus von Groß Haslau sei man fürsorglich gepflegt worden, erinnert sich Mandelik. Sie ist froh, dass fast alle der 16 Verletzten noch in der Nacht mit dem Ersatzbus nach Hause fahren konnten. Nur eine Freundin befindet sich derzeit im Krankenhaus Zwettl.

Winterliche Fahrverhältnisse haben in der Nacht auf Sonntag auch in Oberösterreich zu zahlreichen Verkehrsunfällen geführt. Besonders betroffen waren die Bezirke Ried, Grieskirchen, Gmunden und Vöcklabruck. Es gab mindestens vier verletzte Personen. In Matrei in Tirol kam ein Kleinbus aus Polen auf der Schneefahrbahn ins Schleudern und stürzte zehn Meter tief in einen Graben. Eine Frau wurde dabei leicht verletzt.

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