Chronik | Österreich
19.05.2018

Brandschutzwart verfälschte Feuerlöscher-Daten

Beamter hatte Prüfplaketten geändert und wurde zu hoher Geldstrafe verdonnert

Herr R. ist als Behindertenvertrauensperson und Brandschutzwart bei der Telekom Austria angestellt. Seine letztgenannte Funktion hatte der Mann jedoch vergangenes Jahr mehrmals missbräuchlich verwendet. Denn der Beschuldigte hatte bei elf Löschgeräten eine Überprüfung vorgetäuscht und spielte sich so wortwörtlich mit dem Feuer.

Von Kollegen erwischt

Der Beschuldigte sollte bei diversen A1-Standorten die Handfeuerlöscher überprüfen. R., der auch geschützter Behinderter ist, war als Objektbetreuer unterwegs. Die Geräte müssen alle zwei Jahre einer Prüfung unterzogen werden. In seiner Funktion hätte der Beamte in Tirol sowie Kärnten die Prüfplakette begutachten sollen und kontrollieren, ob der Prüfrhythmus von zwei Jahren eingehalten wird.

Geräte mit auslaufendem Datum hätten dann von einem durch den TÜV ausgebildeten Mitarbeiter kontrolliert werden sollen. R. besitzt diesen Befähigungsnachweis nicht. Doch das war für den Mann nur Schall und Rauch.

Denn im April 2017 hatte dann ein Kollege zufällig in einem zugeteilten Bereich des Herrn R. besucht und bei einem Feuerlöscher bemerkt, dass die Prüfplakette nicht stimmte. Auf jedem Feuerlöscher ist ein entsprechendes Pentagramm angebracht, bei dem neben dem Prüfdatum auch die Nummer des Prüfers und die Firma aufscheinen müsste.

Auf diesem war jedoch als Datum März 2017 eingetragen, obwohl der Feuerlöscher erst im Oktober überprüft werden hätte sollen. Hinzu kommt, dass R. eine Prüfnummer jenes Kollegen verwendet hatte, der die eigentliche Erlaubnis dafür besaß. Bei allen elf angebrachten Prüfplaketten wurden solche verwendet, die seit Ende 2016 nicht mehr eingesetzt worden waren. Die Nachforschungen ergaben, dass es sich um keinen Einzelfall handelt. R. gab bei einer Einvernahme an, in einem Lager eine Schachtel mit den Prüfplaketten Monate zuvor entwendet zu haben.

4320 Euro Strafe

Der Fall landete schließlich bei der Disziplinarkommission des Bundesministeriums für Finanzen. Bei einer mündlichen Verhandlung sah der Mann ein, andere Personen gefährdet zu haben.

Er wollte jedoch laut eigenen Angaben die Feuerlöscher nur auf den aktuellen Stand bringen. Gegen den Beschuldigten wurde eine Geldstrafe von 4320 Euro verhängt.