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Chronik Österreich
11/25/2021

Bordell-Prozess in Graz: Ein Schuldspruch und zwei Freisprüche

Nur ehemaliger Kellner verurteilt - Bordellbesitzer und Geschäftsmann freigesprochen - Urteil nicht rechtskräftig.

Im Grazer Straflandesgericht ist am Donnerstag ein Prozess um einen angeblichen Betrug in einem Nachtlokal zu Ende gegangen. Ein ehemaliger Bordellbesitzer, ein Kellner und ein Geschäftsmann wurden beschuldigt, einem Gast überhöhte Preise verrechnet und dann zur Absicherung einen Eintrag in Grundbücher verlangt zu haben. Die Beschuldigten sprachen aber von einem Darlehen. Der Kellner wurde zu 21 Monaten, davon 14 bedingt, verurteilt, die beiden anderen freigesprochen.

870.000 Euro Rechnung

Die Versionen von Anklage und Verteidigung waren von Anfang an ziemlich kontrovers. Die Staatsanwältin war überzeugt, dass der Bordellbesitzer (51) und seine mutmaßlichen Komplizen einem Stammgast, der als Landwirt mehrere Häuser besaß, seinen Besitz abnehmen wollten. Also erlaubten sie ihm, im Lokal anschreiben zu lassen.

Plötzlich standen auf der Rechnung 870.000 Euro - was er nie und nimmer konsumiert haben könne, war der Gast überzeugt. Der Bordellchef wollte „zur Absicherung“ ins Grundbuch bezüglich dreier Liegenschaften gehen, und der Mann willigte ein.

"Alles nur erfunden"

Die Beschuldigten leugneten großteils diese Taten, das sei alles nur vom Landwirt erfunden. Er soll sich vom Bordellbesitzer Geld geborgt haben, das dieser seinerseits von seinem mitangeklagten Geschäftsmann holte. Die Konsumationsschulden habe es nie gegeben, das seien alles Darlehen gewesen, so die Männer.

Anfangs war auch eine ehemalige Kellnerin angeklagt, sie wurde aber schon bald freigesprochen. Donnerstagabend wurde der frühere Kellner zu 21 Monaten, davon 14 bedingt, verurteilt. Der Bordellbesitzer und der Geschäftsmann wurden freigesprochen. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

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