Chronik | Österreich
28.06.2018

Bewohner übernehmen Gießpatenschaften

Die grüne Aktion des Bezirks geht heuer in die zweite Runde

Mit dem Türkenschanz-, dem Sternwarte- und dem Pötzleinsdorfer Schlosspark ist Währing ein Bezirk mit verhältnismäßig großem Grünanteil.

Doch die Bäume – vor allem jene in den Straßen – zu erhalten, wird immer mehr zum Kraftakt. Klimawandel und andere Faktoren setzen den Pflanzen zu. Seit 2007 mussten in Währing jedes Jahr durchschnittlich 130 Bäume gefällt werden; davon konnten jeweils nur rund 110 Bäume wieder nachgepflanzt werden – die MA 42 (Stadtgartenamt) ist mit dem Nachpflanzen nicht mehr nachgekommen.

Kühle Umgebung

Dabei sind Bäume in Zeiten der stetig steigenden Zahl der Hitzetage enorm wichtig. Sie können ihre Umgebung um bis zu zwei Grad kühlen, sie filtern Schadstoffe und sie erzeugen Sauerstoff. Damit künftig weniger Bäume gefällt werden müssen, ruft Bezirksvorsteherin Silvia Nossek (Grüne) die Währinger auch heuer wieder dazu auf, Gießpatenschaften zu übernehmen.

Vor allem Jungbäume müssen in den ersten zwei, drei Jahren häufig gegossen werden. Das ist auch finanziell eine Anstrengung. Mit den Patenschaften können die Bewohner helfen: 20 Euro kostet beispielsweise ein Gießsack, dessen Installation das Gießen vereinfacht. Um 25 Euro kann ein Baum einen Monat lang gegossen werden und um 300 Euro sogar ein Jahr lang. „Eigentlich bin ich kein Fan davon, wenn Private bei Aufgaben der öffentlichen Hand helfen“, sagte Nossek, als die Patenschaften ins Leben gerufen wurden. „Aber der Erhalt von Bäumen ist zu einer enormen Kraftanstrengung geworden. Gleichzeitig ist dies so wichtig für die Zukunft, dass ich jede Unterstützung dankend annehme.“

Anna-Maria Bauer