Betrug mit Spenden für Afrika
Anzeige auf freiem Fuß. Ein unglaublicher Skandal wurde publik. Ein 45 Jahre alter Grazer und ein 48 Jahre alter Wiener stehen im Verdacht, Spendengelder missbräuchlich verwendet zu haben. Für Wasserprojekte in Afrika sammelte der Verein von 2006 bis April 2012 insgesamt 2,7 Millionen Euro. Am südlichen Kontinent sind aber nachweislich nur 133.000 Euro eingelangt. Nach Mitteilung des Mediensprechers der Staatsanwaltschaft Graz, Hansjörg Bacher, sind diese Aufwendungen nur zum geringen Teil mit Unterlagen belegbar.
Wohin die Spenden versickert sind, klärt die Anklagebehörde gerade. Knapp 400.000 Euro soll der Grazer für seine Tätigkeiten verwendet haben. Unter anderem finanzierte er Ausbildungen und Beratungshonorare. Der Wiener erhielt knapp 144.000 Euro. Etwa 2,1 Millionen Euro sollen in Verwaltung, Werbung und die Erlagscheinaktion geflossen sein.
Aufgeflogen waren die Malversationen durch eine Finanzamtsprüfung. Der Wiener hat seine Obmannschaft zurückgelegt, der Grazer Verein wurde aufgelöst.
Beide Verdächtige befinden sich auf freiem Fuß. Wegen Betruges, Untreue, Veruntreuung und Urkundenfälschung wird ermittelt.
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