© Alpenverein

Warnung
08/14/2013

„Bergwege und Hütten am Rande des Abgrunds“

Alpine Vereine kritisieren, dass es zu wenig Förderungen für den Erhalt der Wanderwege und Hütten gebe.

Österreichs alpine Vereine (Alpenverein, Naturfreunde, Touristenklub) schlagen Alarm: Für die Pflege und Erhaltung der 50.000 Kilometer Wanderwege und 475 Hütten im Land stünden nicht genügend Mittel zur Verfügung. Nur eine Anhebung der Bundesförderung könne die Infrastruktur sichern.

Daher fordern die alpinen Vereine eine Anpassung der Förderungen von derzeit 1,5 Millionen Euro auf vier Millionen Euro pro Jahr. „Sonst findet das wanderbare Österreich künftig nur noch im Tal statt“, lautet die düstere Prognose von Andreas Ermacora, dem Präsidenten des Oesterreichischen Alpenvereins.

Von den 1,5 Millionen Euro an Bundesförderung erhält der Alpenverein 700.000 Euro jährlich für seine 238 Schutzhütten und 26.000 Kilometer Wege – ein Tropfen auf dem heißen Stein. „Schon die Sanierung einer Schutzhütte kostet 700.000 Euro“, heißt es. Jährlich benötige man ein Budget von ca. zehn Millionen Euro, etwa acht Millionen für die Hütten und 300.000 für die Wegeerhaltung, „Tendenz steigend“.

Die ansteigende Permafrostgrenze sorge für ein rasches Abschmelzen der Gletscher und eine größere Gefahr von Steinschlägen und Felsstürzen. Die Folge: Die Erhaltung der bestehenden Wege und Steige ist kostenintensiver, manche sind nicht mehr begehbar. Werden Wege aufgegeben, verschwinden auch die Hütten, und umgekehrt, warnt Ermacora.

Dazu komme die erhöhte finanzielle Belastung durch die verschärften behördlichen Auflagen für die oft sehr alten Schutzhütten. „Es werden Maßstäbe wie bei einem Hotelbetrieb im Tal angesetzt“, beklagt der Alpenverein. So komme es vor , dass auf einer Hütte eine Fluchtstiege um eine halbe Million Euro gebaut werden müsse.

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