"Beispiel für gelungene Integration"
Ob in Neudörfl dieser Tage Geschichte in Sachen soziales Engagement geschrieben wird, lässt sich schwer sagen. Eines ist aber fix: "Wir freuen uns sehr, dass wir hier und heute eine gemeinsame Lösung (mit Land und Gemeinde, Anm.) für geflüchtete Kinder und Jugendliche präsentieren können", sagte Wiens Caritas-Direktor Michael Landau am Montag. Denn im Caritas-Haus Sarah in Neudörfl werden in den nächsten Monaten zu den bisher zur Verfügung stehenden 14 Plätzen 16 neue für junge Ausländer geschaffen. Insgesamt finden hier 48 Personen Platz.
Dass es zu diesem Schritt gekommen ist, habe nichts mit den Kritiken vergangener Tage zu tun, wo behauptet wurde, dass sich das Burgenland um unbegleitete minderjährige Flüchtlinge nicht kümmere (der KURIER hat berichtet). "Die Gespräche laufen schon länger", sagte Landau.
In Neudörfl, so Landau, wurde ein Zeichen gesetzt: "Ein wunderbares Beispiel dafür, wie gut Integration an einem Ort, auch im ländlichen Bereich funktionieren kann." Von dem heutigen Asylgipfel im Innenministerium in Wien erhofft sich Landau, "dass endlich dieses Pingpong-Spiel zwischen Bund und Ländern aufhört".
Und daher streut Wiens Caritas-Direktor dem Burgenland Rosen. Er gratulierte und bedankte sich bei Soziallandesrat Peter Rezar, SPÖ, "für sein Engagement", hoffe aber zugleich, dass er weitere "derart positive" Schritte setzen werde.
Erwartung
Landesrat Rezar ließ sich nicht lumpen und versprach, dass in nächster Zeit zusätzlich 40 bis 50 Flüchtlinge im Burgenland Platz finden werden. Wo diese untergebracht werden, das wollte der Ressortchef noch nicht sagen.
Derzeit (Stand 17. Oktober) befinden sich im Burgenland 573 Personen im Asylverfahren. Vom Asylgipfel erwartet sich Rezar eine bundesländerübergreifende Lösung bei der Unterbringung unbegleiteter Kinder und Jugendlicher. Dabei erwarte er sich Solidarität auch von anderen Bundesländern. "Was wir bisher vermeiden wollten, das sind Massenquartiere", gab Rezar zu bedenken.
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