Chronik | Österreich
06.10.2018

Autos trotz Brand im Gleinamtunnel unbeschädigt

Sanierungsarbeiten laufen, die Sperre des Gleinalmtunnels dauert Wochen. Lenker holten Kfz bereits ab.

33 Pkw, 18 Lkw und zwei Kleintransporter blieben am Freitag im Tunnel zurück, nachdem der Sondertransport Feuer gefangen hatte: Über das Wochenende sollen alle Fahrzeuge aus der Röhre geholt werden, damit der Straßenerhalter ASFINAG so schnell wie möglich mit der Reparatur beginnen kann.

Diese Arbeit dürfte eine längere Prozedur werden. Einen Kilometer nach dem Südportal fing, wie berichtet, ein Autokran zu brennen an, ein Gefährt, das 400 Tonnen wiegt. Dem Lenker des Begleitfahrzeugs fielen die Flammen auf, die seitlich aus dem Kran schlugen: Er alarmierte per Funk den Lkw-Chauffeur; gemeinsam versuchten sie, den Brand mit Handfeuerlöschern und den im Tunnel installierten Löschschläuchen zu bekämpfen. Insgesamt konnten 83 Menschen nahezu unverletzt den brennenden Tunnel verlassen.

700 Stahlstützen nötig

Der Sachschaden an der Röhre ließ sich am Samstag noch nicht in Zahlen fassen. Fest steht, dass die Betondecke des erst im Vorjahr eröffneten Tunnels über eine Länge von 80 Metern ruiniert ist. Sie wird nun abgestützt, dazu werden 700 Stahlteile installiert. Das ist nötig, weil die einzelnen Betonteile jeweils 50 Tonnen schwer sind. Auch die Sicherheitstechnik in dem Segment ist kaputt, Kameras, Sensoren und Beleuchtung sind zu ersetzen.

Am Samstag inspizierten Experten der ASFINAG die Schäden, ihre Prognose ist vage: Die Reparatur könnte länger dauern als jene nach dem Brand vor zwei Jahren. Im August 2016 brannte ein Reisebus in der alten Röhre des Gleinalmtunnels aus, die derzeit wegen Sanierungsarbeiten gesperrt ist. Rund drei Millionen Euro kostete die Schadensbehebung, die ASFINAG verlor 600.000 Euro an Mauteinnahmen.

2016 war der Tunnel auf der Pyhrnautobahn drei Wochen lang gesperrt und musste umfahren werden. Mautkartenbesitzer erhielten damals als Entschädigung eine automatische Verlängerung ihres Tickets um vier Wochen. So sei das auch diesmal vorgesehen, verspricht die ASFINAG.

Bleiben die vom Brand betroffenen Kfz-Lenker. Sie hatten doppeltes Glück: Sie konnten nicht nur unverletzt ins Freie flüchten, sondern auch ihre Autos bekamen nicht viel ab. Die meisten standen weit genug vom brennenden Lkw. Die Besitzer durften am Samstag unter Begleitung in den Tunnel, um sie herauszufahren.