JUNGSCHWÄNE IM GRAS

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Chronik Österreich
09/03/2020

Aufregung um Abschuss von Jung-Schwänen in Vorarlberg

Zwei Tiere waren behördlich zum Abschuss freigegeben und erlegt worden. Tierschützer sahen Tötung als "nicht nachvollziehbar".

Der Abschuss von zwei Jung-Schwänen sorgt derzeit in Lauterach (Bezirk Bregenz) für Aufregung. Die beiden Tiere waren offenbar nach Beschwerden von der Bezirkshauptmannschaft Bregenz zum Abschuss freigegeben und von einem Jagdaufsichtsorgan erlegt worden. Der Mensch verdränge Wildtiere immer mehr, die Tötung der Tiere sei nicht nachvollziehbar, so Tierschützer am Donnerstag.

Offenbar hätten die beiden Jungtiere sterben müssen, weil sich Badegäste und ein Landwirt sich über sie ärgerten. Der Abschuss von zwei der vier Tiere am Lauteracher Jannersee sei "völlig absurd" und "ungerechtfertigt", beklagte Sandra Pfister vom Verein gegen Tierfabriken (VgT) in einer Aussendung. Das Vorarlberger Jagdgesetz erlaube den Abschuss von Schwänen in der Zeit von 1. bis 30. September.

Bereits im August geschossen

Die beiden Vögel seien aber bereits im August geschossen worden. Der VgT kündigte deshalb eine Anzeige an. Zudem seien dem Verein weitere Schwanen-Tötungen im Bezirk Bregenz und möglicherweise auch in Altach (Bezirk Feldkirch) gemeldet worden. Tiere abzuschießen als Lösung erster Wahl entspreche nicht dem heutigen Verständnis von Tierschutz in der österreichischen Gesellschaft, betonte Pfister.

Vonseiten der BH Bregenz bestätigte und verteidigte man das Vorgehen. Sowohl Badegäste, die von den Tieren während der Zeit der Jungenaufzucht angegangen worden seien, als auch ein Landwirt, dessen Wiese verkotet wurde, hätten sich über die Tiere beschwert, so Michael Metzler von der Jagdbehörde der BH Bregenz. Nach Lagebeurteilung durch einen Jagdaufseher habe man sich daher zu dem maßvollen Eingriff entschieden, weitere Abschüsse seien nicht geplant.

Treten mit Wildtieren Probleme auf, weil sie etwa Schäden anrichten, könnten diese nach Prüfung auch außerhalb der regulären Schusszeit erlegt werden. Das sei immer wieder nötig, etwa auch bei Schalwild. Schwäne seien zudem durchaus keine Seltenheit in Vorarlberg, gerade am Bodensee komme es immer wieder zu Problemen auf Liegewiesen in Badegebieten oder auf landwirtschaftlich genutzten Flächen. Die Vögel kontaminierten dort in großer Zahl mit ihrem Kot die Wiesen, das Gras sei dann für die Bauern nicht mehr nutzbar.

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