Chronik | Österreich
02.10.2018

Umfrage: Bürgermeister sehen Asylwerber überwiegend positiv

Aussagen in Flüchtlingsdebatte für Ex-Koordinator Christian Konrad daher "eher skurril und schwer verständlich". Direkter Kontakt baut Angst ab.

Österreichs Bürgermeister gehen mit der Aufnahme und Integration von Flüchtlingen überwiegend pragmatisch um. Zu diesem Ergebnis kommt eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts SORA. Manche Aussagen in der Flüchtlingsdebatte seien daher "eher skurril und schwer verständlich", sagte der ehemalige Flüchtlingskoordinator der Regierung, Christian Konrad, am Dienstag in einer Pressekonferenz.

340 Bürgermeister befragt

In Auftrag gegeben wurde die Umfrage, an der 340 Bürgermeister und Bürgermeisterinnen österreichweit teilnahmen, von der Allianz Menschen.Würde. Österreich, die Maßnahmen in der Integrationsarbeit forcieren will. Die Befragung fand im Mai und Juni 2018 statt. Laut SORA-Chef Günther Ogris hängt der Blick auf die Integration vom direkten Kontakt zu den Flüchtlingen ab - je kleiner die Einheit, desto positiver der Umgang mit dem Thema, fasste er zusammen.

So sieht die Mehrheit der befragten Politiker die Hilfe für Asylwerber in den Kommunen als gut gelungen an - anders als landes- oder vor allem bundesweit.

Hoffen auf Verbleib der Geflüchteten

Auch die Vorteile der Aufnahme überwiegen für die meisten, vor allem Bürgermeister kleinerer Gemeinden hoffen auf den Verbleib der Geflüchteten. Gemeindebund-Präsident Alfred Riedl bedauerte allerdings, dass die meisten Flüchtlinge nach Abschluss ihres Verfahrens in Ballungsräume übersiedelten.

"Wir haben gesehen, dass die Begegnung einfach Angst nimmt"

Auch die Einstellung der Bevölkerung gegenüber den Flüchtlingen habe sich während der vergangenen Jahre verbessert, finden die Bürgermeister laut Umfrage. In kleinen Gemeinden stärker als in großen. "Wir haben gesehen, dass die Begegnung einfach Angst nimmt", meinte Riedl dazu. Kritik gab es von Städtebund-Generalsekretär Thomas Weninger an Kürzungen der Regierung bei Integrationsmaßnahmen. Dies bleibe letztlich an den Kommunen hängen.

Ferry Maier, der wie Konrad Flüchtlingskoordinator war, wies auf einen anderen Missstand hin: Noch immer dauerten die Asylverfahren viel zu lange. Für den ehemaligen ÖVP-Generalsekretär ist eine Verkürzung eine "Frage des politischen Willens". Einen Grundsatz will Maier noch den Verantwortungsträgern außerdem mitgeben: "Wir lassen niemanden zurück und kommen deshalb immer weiter."