Funkdienst: In der Nacht, an den Wochenenden und zu den Feiertagen.

© /Stefan Seelig / Wr. Ärztekammer

Gesundheit
12/20/2015

Ambulanzen für Ansturm zu Feiertagen gerüstet

Einschränkungen, aber keine Engpässe: Medizinische Notversorgung ist über die Feiertage garantiert.

von Thomas Martinz

Auf Hochtouren laufen derzeit an sämtlichen Spitälern die Planungen für die Weihnachtsfeiertage. Es wird keine stille Nacht – das weiß man aus Erfahrung. Daher werden Stationen zusammengelegt, um die Notaufnahmen mit der erforderlichen Anzahl von Ärzten bestücken zu können. Laut einem KURIER-Rundruf ist durch derartige Maßnahmen die medizinische Versorgung der Patienten gesichert.

Wenn es eine weihnachtliche Tradition auf dem medizinischen Sektor gibt, dann ist es der Ansturm auf die Ambulanzen – egal, auf welchen Wochentag der Heilige Abend fällt; egal, ob sich daraus über den Jahreswechsel lange oder kurze Wochenenden ergeben. Die Notfallstationen bleiben stets erste Anlaufstelle für kleine Wehwehchen und große Verletzungen, dort kennt man den Weihnachtsfrieden nicht.

"Nach Bedarf werden andere Stationen zusammengelegt oder sogar geschlossen. Somit kann die Notfallversorgung anderenorts aufrechterhalten werden", sagt Reinhard Marczik, Sprecher der steirischen Landesspitäler. Diese Möglichkeit ergebe sich, weil Patienten über Weihnachten keine planbaren Operationen in Anspruch nehmen möchten und somit die Ärzteschaft entlasten.

Vorsorge getroffen

Auch in Oberösterreich, Tirol, Vorarlberg oder Salzburg ist von "Einschränkungen im Allgemeinbetrieb, aber keinerlei Engpässen für den Notfall" die Rede. In Kärnten betont KABEG-Sprecherin Nathalie Trost, dass die Mitarbeiter zwar Zeitausgleich und Urlaube in Anspruch nehmen würden, daraus würden aber keine Konsequenzen für die Versorgung erwachsen: "Stationen werden nicht zusammengelegt."

Johannes Schwamberger von der Tirol Kliniken erklärt, dass "die Belegschaft wie jedes Jahr vorsorglich in Schlüsselbereichen wie der unfallchirurgischen Notfallambulanz aufgestockt wurde." Aufgrund des bisher schneearmen Winters würden sich auch die Wartezeiten in Grenzen halten.

Beeinträchtigungen aufgrund des neuen Ärztearbeitszeitgesetzes schließen die Landes-Kammern und -Spitäler ebenso aus. "Das Gesetz bringt uns personell ans Limit, aber das ist an jedem Feiertag und Wochenende der Fall. Wir sind für den Patientenansturm über die Weihnachten gerüstet", heißt es aus allen Ländern.

Die Entwarnung betrifft auch den Hausärztlichen Notdienst. "Die Akutversorgung ist stets gewährleistet", sagt beispielsweise der Tiroler Ärztekammerdirektor Günter Alzl. In den jeweiligen Sprengeln würden auch in der Nacht, an Wochenenden, oder Feiertagen Allgemeinmediziner zur Verfügung stehen. "Gibt es mehrere Fachärzte in einem Bezirk, so werden die Dienste untereinander abgestimmt", bestätigt Claudia Werner von der oberösterreichischen Ärztekammer. Ihr Kollege aus Salzburg, Georg Fuchs, betont, dass in seinem Bundesland die Dienste auf diesem Sektor bereits bis Ostern feststehen würden. "Und zwar in voller Besetzung."

Mehr Personal in der AKH-Notaufnahme

Am Wiener AKH rüstet man sich bereits für die Weihnachtsfeiertage. Zwar ist an den meisten Abteilungen weniger los als sonst, die große Ausnahme wird aber auch heuer wieder die Notaufnahme sein. Deshalb wird dort das Personal aufgestockt, heißt es im AKH. Für die ganz jungen Patienten gibt es zudem die Kindernotdienst-Ordination. Sie ist samstags, sonntags und feiertags sowie am Heiligen Abend und zu Silvester von 10 bis 18 Uhr geöffnet.

Entspannter ist die Lage in den Spitälern des Krankenanstaltenverbunds (KAV): "In den vergangenen Jahren hat es in den Notfallambulanzen kein erhöhtes Patientenaufkommen gegeben. Deswegen ist auch zu Weihnachten ausreichend Personal im Einsatz", sagt ein Sprecher.

Allerdings gelten heuer erstmals die neuen Arbeitszeitregelungen, wonach Ärzte nur mehr durchschnittlich 48 Stunden pro Woche arbeiten dürfen: "Die Zentralen Notaufnahmen im KAV sind mit ihrer Kapazität am Limit", sagt Gernot Rainer von der Ärztegewerkschaft Asklepios. Jetzt am Ende des Durchrechnungszeitraumes hätten viele Ärzte ihr Kontingent an erlaubter Arbeitszeit schon ausgeschöpft. "Zum Glück steht keine Grippewelle an, sonst würden wir ein Problem bekommen", sagt Rainer.

Als Alternative zu den Ambulanzen steht der Ärztefunkdienst ( 141) zur Verfügung. Auch zu Weihnachten sei er ausreichend besetzt, sagt Ärztekammer-Präsident Thomas Szekeres. Der Ärztefunkdienst ist in den Nachtstunden von 19 bis 7 Uhr, an Wochenenden von Freitag 19 Uhr bis Montag 7 Uhr sowie an Feiertagen ganztägig besetzt.

Seit Kurzem kommen beim Funkdienst sogenannte Call-Taker zum Einsatz. Es handelt sich dabei um speziell geschultes Personal, das die Anrufe entgegennimmt und nach einen speziellen Abfrageschema vorgehet. "Dies ist eine Weiterentwicklung im Sinne der Qualitätssicherung", heißt es bei der Kammer. "Auch weiterhin garantiert ist, dass jeder Patient Kontakt zu einem Arzt hat." Denn bei Patienten, bei denen das Abfrageschema keinen Hausbesuch anzeigt, wird der Anrufer zum beratenden Arzt am Telefon weitergeleitet.

Weiters kann man sich auch in der Ordination des Ärztefunkdiensts behandeln lassen: 15., Pillergasse 20 (Sa., So., Feiertag 8 Uhr bis 20 Uhr). An den Werktagen rund um Weihnachten ist zudem sichergestellt, dass mindestens 50 Prozent der Allgemeinmediziner mit Kassenvertrag offen haben. Infos: 01 / 790 1161 (werktags 7 Uhr bis 19 Uhr).

Josef Gebhard

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