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Chronik Österreich
06/09/2019

"Ausländer sollen sterben": Details nach Disco-Streit

Der 22 Jahre alte Mann ist mit seinem Auto mehrmals auf eine Gruppe zugefahren. Nun wird ermittelt.

Ein 22-jähriger Steirer soll in der Nacht auf Sonntag in Niklasdorf (Bezirk Leoben) mit einem Auto mehrmals auf eine Gruppe von 20 bis 30 Personen zugefahren sein. Verletzt wurde dadurch niemand. Der 22-Jährige wurde kurz darauf daheim festgenommen, er beschuldigte einen gleichaltrigen Freund, das Auto gelenkt zu haben.

Streit in der Disco

Begonnen hatte alles mit einem Streit in einer Disco, sagte Polizeisprecher Markus Lamb auf APA-Anfrage: "Worum es dabei gegangen ist, steht noch nicht fest. Security-Mitarbeiter des Lokals haben es geschafft, die Situation zu beruhigen." Kurze Zeit später, es war etwa 3.00 Uhr, traf der Mann aber vor dem Lokal auf seine Kontrahenten. Zeugen zufolge soll er gedroht haben, sie zu überfahren, außerdem habe er auch noch gesagt, dass "alle Ausländer sterben" sollen.

Der 22-Jährige setzte sich in das Auto seiner 20-Jährigen Freundin und fuhr - ebenfalls laut Zeugenaussagen - "mit erheblicher Geschwindigkeit" auf die Leute vor dem Lokal zu, die zur Seite sprangen. Daraufhin legte er den Retourgang ein und fuhr noch mehrmals auf die Gruppe zu. Ein 17-Jähriger wollte den Fahrer aufhalten und verletzte sich leicht, als er gegen die Heckscheibe des Autos schlug. Der 22-Jährige fuhr anschließend nach Hause, wo er von der Polizei festgenommen wurde. Er hatte 0,7 Promille und besitzt auch keinen Führerschein.

Vorbestraft

Am Sonntagnachmittag stand noch nicht fest, ob Untersuchungshaft über ihn verhängt wird. Der 22-Jährige ist kein unbeschriebenes Blatt: Mehrmals wurde er schon erwischt, als er ohne Führerschein ein Auto lenkte, außerdem stehen Anzeigen wegen Körperverletzung, gefährlicher Drohung und Nötigung ebenso zu Buche wie Eigentumsdelikte.

Ermittelt wird vorerst wegen versuchter absichtlich schwerer Körperverletzung. Die Polizei war am Sonntag noch dabei, die Geschehnisse der Nacht zu rekonstruieren, wozu laufend Zeugen einvernommen wurden. "Es geht um 20 bis 30 Personen, die erst zum Teil namentlich bekannt sind. Einige waren auch nicht mehr vor Ort als die Polizei eintraf. Einerseits werden sie als mögliche Opfer einvernommen, andererseits geht es um die Frage, ob sie den 22-Jährigen am Steuer gesehen haben und ihn wiedererkennen", sagte Lamb. Aus diesem Grund steht natürlich auch der Freund des Verdächtigen, der laut dessen Aussage gefahren sein soll, auf der Liste.

Auffällig ist, dass bei den Leuten aus der Personengruppe vor der Disco vorerst lediglich Österreicher namentlich bekannt waren, es konnte am Sonntag aber nicht ausgeschlossen werden, dass auch ausländische Staatsbürger dabei waren. Es ist auch möglich, dass an dem Streit in der Disco Ausländer beteiligt waren.