Das frühere NS-Lager Mauthausen in OÖ

Baracken im ehemaligen Konzentrationslager Mauthausen

© APA - Austria Presse Agentur

Chronik Österreich
03/09/2021

AfD-Mitglied nach Vergleich von Impfstoff mit Zyklon B ausgeschlossen

Bayerisches AfD-Mitglied seit langem als Verschwörungstheoretiker bekannt. Drehte Video im KZ Mauthausen.

Nach dem Vergleich von Corona-Impfstoffen mit dem von den Nazis zur Ermordung der Juden eingesetzten Giftgas Zyklon B in einem auf dem Gelände der oberösterreichischen KZ-Gedenkstätte Mauthausen gedrehten Video durch ein AfD-Mitglied hat die Partei den Ausschluss des Manns angekündigt. Der Vorstand der AfD Bayern habe "umgehend" beschlossen, das besagte Mitglied auszuschließen, erklärte der stellvertretende bayerische Landesvorsitzende Gerd Mannes am Dienstag in Taufkirchen.

"Wir distanzieren uns von jeglichen Vergleichen und missbräuchlicher Verwendung von Begriffen oder Begebenheiten aus der Zeit des Nationalsozialismus", erklärte Mannes. Solche "Verbalentgleisungen" stünden im Widerspruch zum Parteiprogramm der AfD und von deren "freiheitlich-demokratischer Grundausrichtung".

Ermittlungen 

Die österreichische Polizei ermittelt in der Sache, Medienberichten zufolge handelt es sich bei dem Beschuldigten um Stefan Bauer, der bisher im Kreisverband Rosenheim für die AfD aktiv war, dort im vergangene Jahr auch für die AfD für den Stadtrat kandidierte, bereits wiederholt bei Demonstrationen von Corona-Gegnern als sogenannter Querdenker auftrat und Verschwörungstheorien bei YouTube verbreitete.

Der Mann hatte nach Polizeiangaben am Samstag in der KZ-Gedenkstätte in Oberösterreich ein Video gedreht und darin die Impfstoffe von Astrazeneca sowie Pfizer und Biontech mit Zyklon B verglichen. Er sagte zudem, er hoffe nicht, "dass irgendjemand vorhat, hier wieder Konzentrationsläger (sic) einzurichten, auch nicht für Leute, die die Impfung verweigern oder die sich nicht testen lassen wollen".

Die Leitung der Gedenkstätte meldete das Video nach eigenen Angaben den österreichischen Behörden. "Meinungsfreiheit hört dort auf, wo die Verbrechen des Nationalsozialismus verharmlost und historisch unhaltbare Vergleiche zum NS-Terrorregime gezogen werden", teilte die Leitung mit. "Diesen Missbrauch des Orts lehnen wir entschieden ab."

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