65 Jahre Unfallstatistik: Was die Zahlen vor allem zeigen

Mehr als 3,6 Millionen Menschen wurden bei Unfällen verletzt. Die Statistik zeigt aber vor allem auch, wie viel sicherer Autos geworden sind – und wie viel mehr es heute davon gibt.
AUTOVERKEHR

Verkehrsunfälle, Unfälle mit Personenschaden, Getötete: Seit dem Jahr 1961 werden in Österreich Verkehrsunfälle systematisch erfasst. 

Und in diesen haben sich jedenfalls in absoluten Zahlen auf den ersten Blick beeindruckende, auch bedenkliche Werte angehäuft: 2,7 Millionen Unfälle gab es in dieser Zeit mit Personenschaden, 3,6 Millionen Menschen wurden dabei verletzt. 87.308 tödlich. Im heurigen Jahr wurden bis inklusive 1. März 35 Verkehrstote registriert. 

Was die Statistik auf den ersten Blick nicht zeigt: Die Zahlen sind seit Jahren rückläufig. 

Für den ÖAMTC zeigt das vor allem den technischen Fortschritt: Scheibenbremsen, Knautschzonen, Drei-Punkt-Gurte, Airbags, ABS, ESP und strengere Crashtest-Vorgaben sind Errungenschaften, die bereits seit den frühen 70er-Jahren zu einem signifikanten Rückgang der Verkehrstoten geführt haben. 

Aber auch bei der Verkehrssicherheit wurde nachgezogen. Im Jahr 1973 wurde Tempo 100 auf Bundesstraßen eingeführt, im Folgejahr die Höchstgeschwindigkeit von 130 km/h auf Autobahnen erlassen. Seit 1976 gibt es eine Gurtpflicht, gestraft wird seit dem Jahr 1984. 1985 kam die Helmpflicht fürs Motorrad und Moped, 1994 die Kindersitzpflicht.

Schwärzestes Jahr war 1972

Das Jahr 1972 markierte mit 2.948 Verkehrstoten den traurigen Höchstwert. Im Jahr 2025 waren es nur noch 397 tödlich verunglückte Personen, was einem Rückgang von 87 Prozent entspricht. Im selben Zeitraum hat sich der Fahrzeug-Bestand verdreifacht: von 2,5 Millionen Fahrzeugen 1972 auf 7,5 Millionen Ende 2025. "Leider ist die Zahl der Unfälle und Verletzten nicht im gleichen Ausmaß gesunken", relativierte ÖAMTC-Verkehrstechniker David Nosé in einer Aussendung am Donnerstag.

2024 wurden 37.117 Unfälle und 45.995 Verletzte gezählt - das sind Rückgänge von 30 bzw. 36 Prozent gegenüber dem Höchstwert 1972. Nosé betont, dass die zukünftige Verkehrssicherheitsarbeit verstärkt auf die Reduktion von Schwer- und Schwerstverletzten abzielen müsse. Wichtige Beiträge zur Erhöhung der Sicherheit sieht Nosé in einem fehlerverzeihenden Straßenraum, gut ausgebildeten und sicherheitsbewussten Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer sowie einer raschen Marktdurchdringung von Fahrassistenzsystemen.

Besondere Aufmerksamkeit fordert der ÖAMTC für Fußgängerinnen und Fußgänger, Radfahrende sowie Nutzerinnen und Nutzer von E-Bikes und E-Tretrollern. Die steigenden Unfall- und Getötetenzahlen in diesen Gruppen erfordern spezielle Maßnahmen. Nosé sprach sich für eine allgemeine Helmpflicht für E-Bikende ohne Strafandrohung sowie eine Helmpflicht für E-Scooterfahrende mit Strafandrohung aus. Ziel sei es, möglichst viele Menschen zum Helmtragen zu motivieren, um die Unfallschwere zu minimieren.

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