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Chronik | Österreich
05/24/2019

546 Minderjährige werden in Österreich vermisst

Ein Großteil davon ist aus Betreuungseinrichtungen abgängig. Insgesamt werden in Österreich über 1.000 Menschen vermisst.

546 Minderjährige sind derzeit österreichweit abgängig. Dies teilte das Bundeskriminalamt (BK) am Freitag im Vorfeld des Tages der vermissten Kinder am 25. Mai mit. Mit Stichtag 1. Mai 2019 waren im österreichischen Fahndungssystem (EKIS) inklusive Erwachsenen 1.033 Personen als abgängig gespeichert. 

Von den 546 Minderjährigen waren 413 zwischen 14 und 18 Jahre alt, und 133 unter 14 Jahren. Ein Großteil von ihnen - nämlich 441 Minderjährige - aus Nicht-EU-Staaten.

Im Jahr 2018 wurden in ganz Österreich mehr als 11.000 Vermisstenanzeigen erstattet, das sind rund 30 Anzeigen pro Tag. Auf lange Sicht bleiben etwa zehn Fälle pro Jahr ungelöst, so das BK. Der Großteil aller Vermissten - 80 bis 85 Prozent - taucht aber innerhalb einer Woche wieder auf, 90 bis 95 Prozent innerhalb eines Monats.

Bis zu 50 Mal abgängig

Drei Viertel aller in Österreich als vermisst Gemeldeten sind Minderjährige, die sich ohne Erlaubnis aus Betreuungseinrichtungen entfernen, sie machen 75 Prozent der Vermisstenanzeigen aus, hieß es vom BK. In der Regel tauchen sie nach wenigen Tagen wieder auf oder werden gefunden. Die meisten dieser Anzeigen betreffen Minderjährige, die bereits mehr als dreimal abgängig waren, einige von ihnen bis zu 50 Mal und öfter. Besonders die Vermisste aus Betreuungseinrichtungen lassen die Zahl der Vermisstenanzeigen stark ansteigen.