Chronik | Österreich
23.05.2018

2017 wurde mehr geheiratet und verpartnert - und mehr geschieden

44.981 Eheschließungen und Verpartnerungen standen 16.180 Scheidungen und 96 Auflösungen von Partnerschaften gegenüber.

Es wurde im vergangenen Jahr wieder mehr geheiratet und verpartnert. Gleichzeitig sind auch die Scheidungen gegenüber 2016 angestiegen. Das geht aus den am Mittwoch veröffentlichten Zahlen der Statistik Austria hervor. 44.981 Eheschließungen und 529 Verpartnerungen standen in Österreich demnach 16.180 Scheidungen und 96 Auflösungen von eingetragenen Partnerschaften gegenüber.

Die 44.981 standesamtlichen Hochzeiten im Vorjahr waren um 91 oder 0,2 Prozent mehr als 2016. 529 eingetragene Partnerschaften bedeuteten ein Plus von 52 bzw. 10,9 Prozent gegenüber dem Jahr davor. Bei 69,1 Prozent der Eheschließungen war es für beide Partner die erste Ehe (2016: 69,3 Prozent). Das mittlere Erstheiratsalter der Männer lag 2017 bei 32,7 Jahren, jenes der Frauen bei 30,4 Jahren und damit jeweils um ein Zehntel Jahr höher als 2016.

Burgenland Spitzenreiter

In sechs Bundesländern wurde 2017 mehr geheiratet als im Jahr davor. Die deutlichsten relativen Anstiege wurden dabei im Burgenland (7,7 Prozent mehr), in Kärnten (plus 3,0 Prozent) und in Oberösterreich (plus 2,8 Prozent) verzeichnet. Geringere Zuwächse der Zahl der Eheschließungen wurden in Vorarlberg (plus 1,7 Prozent), in der Steiermark (plus 0,9 Prozent) und in Tirol (0,3 Prozent) registriert. Weniger Eheschließungen als 2016 erfolgten in Wien (minus 3,9 Prozent), in Salzburg (minus 0,4 Prozent) und in Niederösterreich (minus 0,01 Prozent).

Der höchste Anteil beiderseitiger Erst-Ehen wurde mit 74,2 Prozent in Tirol verzeichnet, der niedrigste im Burgenland, wo nur 64,5 Prozent der beiden künftigen Ehepartner das erste Mal vor den Standesbeamten traten. Am jüngsten bei ihrer ersten Eheschließung waren Männer mit 32,0 Jahren in Wien und Frauen mit 29,8 Jahren in Niederösterreich. Am ältesten waren erstmalig heiratende Brautleute in Kärnten (Männer: 34,4 Jahre, Frauen: 31,9 Jahre).

Die nachträgliche Eheschließung ihrer Eltern betraf im Jahr 2017 insgesamt 18.514 gemeinsame voreheliche Kinder. Die durchschnittliche Kinderzahl aller Altersstufen pro geschlossener Ehe mit Kindern lag bei 1,43. Die höchste durchschnittliche Kinderzahl pro geschlossener Ehe wurde dabei mit 1,46 in Vorarlberg, die niedrigste mit 1,38 in Wien verzeichnet.

Von den insgesamt 529 eingetragenen Partnerschaften im Jahr 2017 wurden 43 Prozent von in Wien wohnhaften Paaren begründet. 265 Paare bzw. 50,1 Prozent aller eingetragenen Partnerschaften waren weiblich. Die gleichgeschlechtlichen Partner bzw. Partnerinnen waren 2017 überwiegend zwischen 30 und 49 Jahre alt (57,4 Prozent). Bei 76,4 Prozent waren beide künftigen Partner davor ledig. Bei 58,4 Prozent hatten beide Partner die österreichische Staatsbürgerschaft und bei 53,5 Prozent wurden beide in Österreich geboren.

Scheidungen

16.180 Scheidungen im vergangenen Jahr bedeuteten ein Plus von 1,6 Prozent gegenüber 2016. Zugleich wurden 96 eingetragene Partnerschaften aufgelöst, um 30 oder 45,5 Prozent mehr als 2016. Die Gesamtscheidungsrate lag 2017 mit 41 Prozent etwas über dem Niveau des Jahres 2016. Im Bundesländervergleich war die Gesamtscheidungsrate 2017 in Wien mit 47,3 Prozent am höchsten, gefolgt vom Burgenland (44,0 Prozent), von Niederösterreich (43,4 Prozent) und von Vorarlberg (42,4 Prozent). In Tirol war die Gesamtscheidungsrate mit 35,5 Prozent am niedrigsten. In den übrigen Bundesländern lag sie zwischen 36,3 und 38,7 Prozent.

88 Prozent der Scheidungen waren im Vorjahr einvernehmlich. Bei 1.934 strittigen bzw. nach ausländischem Recht geschiedenen Ehen war zu 51 Prozent der Mann schuld, zu 9,9 Prozent die Frau, zu 29,7 Prozent beide Partner und in 9,4 Prozent der Scheidungen keiner von beiden.

Die mittlere Ehedauer (Median) der im Jahr 2017 geschiedenen Ehen lag mit 10,7 Jahren etwas unter dem Niveau des Vorjahres (2016: 10,9 Jahre). Dabei fanden 1,7 Prozent der Ehescheidungen bereits innerhalb des ersten Ehejahres, weitere 4,7 Prozent im Laufe des zweiten Ehejahres statt. Fast die Hälfte aller Scheidungen betraf Ehen mit einer Dauer von weniger als zehn Jahren (47,6 Prozent). Doch auch langjährig Verheiratete sind nicht auf der sicheren Seite: Etwa jede siebente Ehescheidung erfolgte nach der Silberhochzeit, 32 Paare ließen sich erst nach der Goldenen Hochzeit scheiden.

Insgesamt 18.425 Kinder, davon 12.506 (67,9 Prozent) minderjährig, waren von der Ehescheidung ihrer Eltern betroffen. Die Ex-Ehepaare hatten somit im Durchschnitt 1,14 Kinder (aller Altersstufen), mehr als die Hälfte davon jünger als 14 Jahre.

Die 96 gerichtlichen Auflösungen eingetragener Partnerschaften erfolgten zu 94,8 Prozent einvernehmlich. Mehr als die Hälfte der bisherigen eingetragenen Paare war weiblich (54,2 Prozent). Zwei Drittel der Ex-Partner (65,1 Prozent) war zwischen 30 und 49 Jahre alt. In 6,3 Prozent der aufgelösten Partnerschaften waren die Partner jeweils bereits mindestens einmal davor verheiratet. In 3,6 Prozent der Fälle wurde bereits die zweite eingetragene Partnerschaft aufgelöst.