Silke Kranz ist Sport- und Ernährungsmedizinerin in Bad Zell

© Pia Paulinec

Chronik Oberösterreich
09/28/2019

Wenn Magen und Darm streiken

Bei einer infektiösen Erkrankung heißt es Symptome lindern und genau auf die Ernährung achten.

IIn meiner Praxis erlebe ich jede kleine und größere Epidemie hautnah mit. In den vergangenen Tagen suchten mich viele Patienten wegen einer „Magen-Darm-Grippe“, eines sogenannten gastrointestinalen Infektes, auf. Gastrointestinal bedeutet nichts anderes als Magen-Darm-Trakt, dem Wort „Grippe“ ziehe ich den Begriff Infekt allerdings vor, da die Erkrankung natürlich keine Grippe darstellt. Was sie gemeinsam haben, ist ihr Ursprung: beide werden durch Viren verursacht.

Keine Medikamente

Und gegen die meisten Viren gibt es nun einmal leider keine Medikamente, das bedeutet, dass man lediglich die Symptome behandeln und ansonsten nur warten kann, bis das Immunsystem den Kampf gegen die Keime gewonnen hat. Die medizinische Therapie beschränkt sich in diesem Fall auf die Behandlung von Übelkeit und Fieber. Ansonsten ist es wichtig, den Flüssigkeitsverlust möglichst gut auszugleichen und den Darm zu entlasten. Die Flüssigkeit ersetzt man am besten durch Wasser und Kräutertee, hier eignen sich vor allem Kamille, Fenchel, Anis oder Pfefferminze.

Flüssigkeitsverlust

Starkes Erbrechen und Durchfall können jedoch auch bei Erwachsenen zu Muskelkrämpfen, Schwindel, Kopfschmerzen und sogar Herzrhythmusstörungen führen. Damit dies nicht passiert, macht es Sinn, den Getränken Kochsalz, Elektrolyte und eventuell Zucker hinzuzufügen.

 

Dafür gibt es fertige Mischungen, Sie können jedoch auch selbst einem Liter Wasser 3,5g Kochsalz, 1,5g Kaliumchlorid, 2,5g Natriumkarbonat und 20g Traubenzucker beimengen. Diese Mischung eignet sich auch hervorragend für sportliche Aktivitäten in der Hitze. Die Darmentlastung funktioniert am besten mittels Schonkost, auch „leichte Vollkost“ genannt. Dadurch werden dem Körper zwar Nährstoffe zugeführt, sie belasten den Darm jedoch nicht.

Schonkost

Besonders eignen sich hier Weißmehlprodukte wie Semmeln oder auch Kartoffeln, Reis oder Nudeln. Vollkornprodukte wären mit ihren Ballaststoffen hier völlig fehl am Platz. So auch die Ballaststoffe von rohem Obst oder Gemüse, welche besser gedünstet beziehungsweise als Mus zubereitet werden sollten. Eiweiß und Fett sollten nur in geringen Maßen verzehrt werden, denn Fett ist zu schwer für den kranken Darm und beim Eiweiß gestaltet sich die Aufspaltung äußerst aufwändig.

Geht es langsam wieder bergauf, kann schrittweise wieder mit der normalen Kost begonnen werden. Vorsicht: Meist kehrt der Appetit bereits zurück, wenn der Darm noch nicht so weit ist.

Autorin: Silke Kranz

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