Chronik | Oberösterreich
26.10.2018

Weiterer Fall von Wilderei in Oberösterreich entdeckt

Ein Rehbock-Kitz wurde mit einer kleinkalibrigen Schusswaffe erlegt und dann enthauptet.

Ein weiterer Fall von Wilderei in Oberösterreich ist am Donnerstag in Gutau (Bezirk Freistadt) entdeckt worden. Ein Rehbock-Kitz wurde mit einer kleinkalibrigen Schusswaffe erlegt und dann enthauptet. Den Kopf nahm der Schütze mit. Am selben Tag war auch im Bezirk Vöcklabruck ein enthaupteter Rehbock entdeckt worden, den ein Wilderer geschossen hatte.

Am Nachmittag wurde auf einer Waldlichtung der Kadaver des jungen Tieres gefunden. Die Polizei bat um Hinweise, welche die Inspektion in Pregarten entgegennimmt. Der Fund war der zweite am selben Tag. Auch in der Nähe eines Pfadfinderlagers bei St. Georgen im Attergau (Bezirk Vöcklabruck) war ein erlegter und enthaupteter Rehbock entdeckt worden. Einen Zusammenhang sieht man aktuell nicht, hieß es am Freitag auf APA-Anfrage bei der Polizei-Pressestelle.

Provokation für die Jäger

Bereits am Vortag, Mittwoch, hatte die Polizei einen 60-Jährigen aus dem Bezirk Gmunden als mutmaßlichen Wilderer ausgeforscht, der Mitte September einen Hirsch in Gosau geschossen haben soll. Dass es in Oberösterreich gerade eine "Wilddieb-Saison" gibt, sah Landesjägermeister Sepp Brandmayr im APA-Gespräch am Freitag aber nicht: "Oberösterreich hat kein Wilderer-Problem." Dass Kadaver liegen gelassen werden, sieht er als Provokation für die Jäger: "Da will man was zu Fleiß tun, da geht es nicht ums Fleisch, weil hungern muss niemand." Im inneren Salzkammergut gäbe es übrigens immer wieder vereinzelt Fälle illegaler Abschüsse. "Da ist Wilderei noch ein wenig Kavaliersdelikt", sagte Brandmayr.