Was wirklich Gold wert ist

Ich verwende gern meine Lieblingswörter, wenn ich etwas erzähle: großartig, spektakulär, gigantisch, kolossal, fantastisch und so weiter. Die passen nämlich jetzt gerade recht gut. Dabei meine ich nicht unser Puppentheater, obwohl jetzt sensationell viele Besucher kommen und es großartig ist, für sie zu spielen. Ich rede von den Olympischen Spielen. Von Christa Koinig.
Seppy

Es war schon spektakulär, wie sich die Rodlerinnen kopfüber den Eiskanal hintergestürzt haben oder wie die Snowboard-Crosser nach halsbrecherischen Sprüngen durch die Luft gewirbelt und punktgenau gelandet sind. Viele sind dann auf dem Podest gestanden und haben vor Freude gestrahlt. Sie haben unter tosendem Beifall ihre Medaillen entgegengenommen und ganz viele Leute haben sich über die fantastischen Erfolge dieser Helden und Heldinnen gefreut.

Die nicht im Rampenlicht stehen

Ich als kleine Puppe, die sich selber ja kaum bewegen kann, war auch mächtig stolz, besonders aber auf „unsere“ Sportler. Doch da gibt es auch diejenigen, die Tag für Tag Großartiges leisten, die man jedoch kaum bemerkt. Es sind keine Spitzenathleten, es sind diejenigen, die nicht auf einem Podest stehen und keine Medaillen umgehängt bekommen, die aber Gigantisches leisten und Gold wert sind. 

Es sind diejenigen, die zuhören, reparieren, mit uns üben, uns beim Durchhalten helfen und sich mit uns freuen, wenn etwas gelingt. Oder die uns manchmal trösten. Grandios ist nicht nur, wer im Rampenlicht glänzt. Großartig ist, wer anderen Freude bringt, sie stärkt, an sie glaubt und ihnen Mut macht – und mit ganzem Herzen dabei ist. Und das kann jede und jeder von uns tun, ob auf der Piste, auf der Bühne oder mitten im Alltag.

Christa Koinig ist künstlerische Leiterin des Linzer Puppentheaters

Kommentare