Autorin Silke Kranz ist Ernährungs- und Sportmedizinerin

© Pia Paulinec

Kolumne
01/23/2020

Urgetreide ist eine Bereicherung

Urgetreide ist eine Alternative zu Weizen. Man sollte nur Nahrungsmittel fördern, deren Anbau ökologisch vertretbar ist. Von Silke Kranz.

Gerade zu Beginn des Jahres, wenn die Neujahrsvorsätze noch ganz frisch sind, legen viele Menschen besonderen Wert auf gesunde Ernährung. So hält der Trend, Weizen zu vermeiden, nach wie vor an. Stattdessen wird nach Alternativen gesucht, und hier wird zurzeit das sogenannte Urgetreide besonders geschätzt.

Das Einkorn

Urgetreide beschreibt zum einen einfach die Vorgänger unserer heutzutage verwendeten Sorten, andererseits werden häufig auch die sogenannten Pseudogetreide wie Amaranth, Quinoa und Buchweizen dazugezählt. Zur ersten Gruppe gehört zum Beispiel das Einkorn, die älteste bekannte Weizenart, die schon in der Jungsteinzeit angebaut worden ist. Demnach ist sie auch eine „unkomplizierte“ Getreideart, welche weder viel Aufwand noch Düngemittel benötigt. Somit wird das Einkorn auch vom ökologischen und Nachhaltigkeitsstandpunkt aus sehr geschätzt. Der Geschmack kann als nussig beschrieben werden, die Klebeeigenschaften sind nicht so stark wie beim handelsüblichen Weizen, sodass zum Beispiel für das Brotbacken eine Form benötigt wird. Einkorn enthält im Vergleich sehr viele Carotinoide und andere Radikalfänger sowie Mineralstoffe und gilt dadurch als gesundes Nahrungsmittel. Die Pseudogetreide werden zwar ebenso wie die Getreide zur Herstellung von Backwaren und sogar Bier verwendet.

Amaranth

Botanisch betrachtet gehören sie jedoch zu einer anderen Gattung. Bereits vor mehr als 9.000 Jahren wurde Amaranth in Südamerika angebaut, seit circa 200 Jahren ist die Nutzpflanze auch bei uns heimisch geworden. Sie enthält kein Gluten und ist dadurch ein vollwertiger Getreideersatz bei der Zöliakie, der Gluten-Unverträglichkeit. Wie auch das Einkorn enthält sie viele Mikronährstoffe und wird vor allem von Veganern und Schwangeren wegen des hohen Eisengehaltes konsumiert. Hier gebe ich zu bedenken, dass pflanzliches Eiweiß nicht so gut aufgenommen wird wie tierisches, außerdem enthält Amaranth auch Oxalsäure, die die Eisenaufnahme zusätzlich beeinträchtigt. Es ist also ebenfalls definitiv als gesund zu bezeichnen, aber auch kein Wundermittel.

Ökologisch

Ich empfinde das Urgetreide als Bereicherung, wenn man neue Lebensmittel ausprobiert und somit erstens seinen lukullischen Horizont erweitert und eventuell auch Nährstoffe zuführt, die sonst zu kurz kommen. Weiters sollte man meiner Meinung nach Nahrungsmittel fördern, deren Anbau ökologisch vertretbar ist. Dauerhaft jung, frisch und schön werden uns Kamut, Quinoa und Co. jedoch auch nicht halten.

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