Awai Cheung

© Awai cheung

Kolumne
03/16/2022

Stark wie Pippi Langstrumpf

Gestärkt und gesund aus Krisen hervorgehen. Awai Cheung über Resilienz.

Wer kennt sie nicht – Astrid Lindgrens rothaarige Pippi Langstrumpf? Als Halbwaise lebt sie mit einem Pferd und ein Äffchen alleine in einem Haus, der Vater ist gefangen auf einer Insel. Stark und mutig kämpft sie sich durch die Welt. Sie verfügt über außergewöhnliche körperliche und mentale Kräfte. Pippi ist das Musterbeispiel in Sachen Resilienz.

Widerstandskraft

Resilienz? Welches Konzept steckt dahinter und was bedeutet der Begriff? Resilienz bezeichnet die psychische und physische Widerstandskraft eines Menschen, um aus Krisen gesund und gestärkt hervorzugehen. Eine Fähigkeit, sich trotz Niederlagen, Krankheit, Verlust immer wieder neu aufzurichten. In Zeiten von Dauerkrisen ein aktuelles Thema. Der Begriff kommt aus der Werkstoffkunde und bezeichnet die Fähigkeit eines Stoffes, sich verformen zu lassen und dennoch in die ursprüngliche Form zurückzufinden. Resilienz ist die Fähigkeit, Krisen zu meistern und als Anlass für die weitere Entwicklung zu nutzen.

Was hält den Menschen gesund?

Die Kernfragen der Resilienzforschung sind: Was hält den Menschen gesund? Was macht einen resilienten Menschen aus? Seelisch robuste Menschen haben etwas gemein, wie zwei Beispiele zeigen: Die Österreicherin Natascha Kampusch überlebte jahrelanges Gefangensein in einem Keller mit psychischer Stärke und führt heute ein selbstbestimmtes Leben als Buchautorin und Schmuckdesignerin. Samuel Koch verletzte sich in der TV-Sendung „Wetten, dass, ...?“ so schwer, dass er seither querschnittgelähmt ist. Statt sich aufzugeben, arbeitet er heute als Schauspieler und ist Buchautor. Die Lebenswege der beiden lassen sich nicht miteinander vergleichen. Aber etwas haben sie gemeinsam: Sie haben sich trotz schwerster Lebenskrisen ihre Handlungskraft bewahrt. Natürlich haben resiliente Menschen Sorgen, der Unterschied ist jedoch: Sie nehmen diese schneller an, verweilen nicht lange in der Lage, sondern gehen in die Handlungsorientierung, nach dem Motto „Gehe mit dem Wind – nicht gegen ihn“.

Biegsam wie der Bambus

Die beste Versinnbildlichung für Resilienz ist der Bambus. In China gibt es ein Sprichwort: „Sei wie der Bambus, beuge und biege dich anmutig, so wie der Wind es will und du wirst niemals brechen“. Egal bei welchen Bedingungen, Hochwasser oder extreme Dürre, der Bambus wächst bei jeder Wetterlage und hat sehr starke Wurzeln. Folgende Faktoren fördern Ihre Resilienz: Beziehungen aufbauen (Freundschaften, netzwerken), eine optimistische Einstellung haben, Veränderungen akzeptieren, auf Ziele zugehen, Handeln statt Rückzug bei Problemen, auf Selbst-Entdeckung gehen und ein positives Bild von sich selbst nähren.

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