Chronik | Oberösterreich
17.06.2018

Schauspiel fragt nach Gerechtigkeit

Rainbacher Evangelienspiele. Noch bis 24. Juni wird im eigens erbauten Theaterstadl „Passion“ aufgeführt

„Wir zeigen ein Panorama von menschlichen und gesellschaftlichen Ereignissen“, sagt Literat und Initiator Friedrich Ch. Zauner über das aktuelle Stück der Rainbacher Evangelienspiele. Auf dem Programm steht heuer Hans Würdingers „Passion. Das uralte Spiel der Menschheit von Leben und Tod“. Seit 14. Juni wird der Theaterstadl in Rainbach im Innkreis (Bezirk Schärding) wieder bespielt.

Leiden der Menschen

Thema sind heuer die Tage von der Gefangennahme Jesu bis zur Kreuzigung, aus denen einzelne Szenen mit der heutigen Zeit in Verbindung gebracht werden. Blinde und Kranke klagen Jesus an, weil er nicht alle heilt. „Wir wollen heute auch Gerechtigkeit. Aber immer wieder trifft die Ungerechtigkeit die Ärmsten“, sagt Zauner. „Bei mir wird außerdem die Krönung Jesu mit der Dornenkrone zu einer Aktion des Ku-Klux-Klans, wo anderen Gewalt angetan wird und sich die handelnden Personen im Recht fühlen.“ Man wolle die Bibel nicht als heiliges Buch zeigen, sondern als eines der wichtigsten Bücher der Welt. „Wir zeigen Geschichten, die heute unter anderen Bedingungen noch aktuell sind.“ Bei dieser Art der Bibelinterpretation gibt es eine Auflösung der großen Fragen und Rätsel in der Schlussszene. Menschen, die sich von diesem Jesus ansprechen und bewegen ließen, handeln. Sie stehen an der Seite der Leidenden. Die Barmherzigkeit des Menschen, der auch selbst um das Leiden weiß, siegt über die Gnadenlosigkeit jener berechnenden Macht, für die ein Menschenleben nicht viel bedeutet. Das Stück wird noch bis 24. Juni gezeigt. www.rainbacher-evangelienspiele.at