Chronik | Oberösterreich
18.11.2018

Sauerkraut ist sehr zu empfehlen

Stoffwechsel. Enzyme helfen bei der Aufspaltung der Nahrung: Papain, Eisen, Selen, Bromelain

Wenn ich Ihnen von wertvollen Nahrungsmitteln erzähle, fällt sehr oft das Wort „ Enzym“. Wir alle wissen, dass jenes für etwas gut ist, nur, wofür genau? In unserem Körper steuern Enzyme verschiedene Stoffwechselfunktionen und sind sogar an der Vervielfältigung der DNA, also unseres Erbgutes, beteiligt.

Enzyme werden auch als Biokatalysatoren bezeichnet, weil sie bestimmte chemische Reaktionen beschleunigen oder überhaupt erst in Gang bringen. Strukturell betrachtet sind sie riesige Moleküle, die meistens aus Proteinen bestehen. Sie enthalten also verschiedene Aminosäuren – schlicht Eiweiß. In ihrer Mitte sitzen häufig verschiedene Mikronährstoffe, ohne die sie ihre Wirkung nicht entfalten können.

Zum Beispiel stellt Eisen oft so einen zentralen Anteil dar. Solche Enzyme können gefährliche Stoffwechselabfälle rasch entgiften. Ist Selen im Mittelpunkt, wird vielfach unsere Leistungsfähigkeit gesteuert.

Durch die richtige Ernährung können wir also die Bildung von Enzymen unterstützen. Eisen können Sie am besten über rotes Fleisch zuführen, Selen durch Reis, Lachs oder die Paranuss, denn sie enthält am meisten davon. Enzyme helfen uns aber auch bei der Aufspaltung unserer Nahrung. Arbeiten sie nicht gut genug, kommt es zu Verdauungsproblemen. Die Diät-Industrie verkauft diverse Enzyme auch als Fatburner – natürlich spalten sie auch Fett auf. Das bedeutet nur leider nicht, dass wir deshalb unbegrenzt Fett essen dürfen.

Der bekannteste Vertreter dieser Verdauungsenzyme ist wohl das Papain, welches sich in der Papaya findet. Auch das Bromelain der Ananas unterstützt den Magen-Darm-Trakt und wirkt zusätzlich entzündungshemmend. Sprossen und Avocados weisen ebenfalls einen hohen Enzymgehalt auf. Möchten Sie lieber zu einheimischen Nahrungsmitteln greifen, halten Sie sich einfach an fermentierte Speisen wie zum Beispiel gerade jetzt in der kalten Jahreszeit das Sauerkraut. Enzyme wurden früher übrigens auch als Fermente bezeichnet, denn ihre Wirkung ist schon seit mehreren tausend Jahren bekannt. Damals wurde ihre Funktion allerdings nur für Brot backen und Bier brauen genutzt. Sie sehen, Enzyme sind allgegenwärtig– in der gesunden Ernährung wie an der Bar!

Silke Kranz ist diplomierte Ernährungs- und Sportmedizinerin und Ärztin für Allgemeinmedizin in Bad Zell.