Chronik | Oberösterreich
10.06.2018

Rennradsportler pushen den Breitensport

OÖ-Radrundfahrt. Vor dem Start der Elite am 14. Juni sind Hobby-Radler eingeladen, die Profi-Strecke gegen eine geringe Nenngebühr zu testen.

„Der Radsport wird immer beliebter, weil wir Erfolge haben.“ Seit 2010 fährt Stephan Rabitsch für das oberösterreichische Team Felbermayr Simplon Wels. Die Vorfreude auf die 9. Internationale Oberösterreich-Radrundfahrt ist beim Sieger der letzten beiden Austragungen groß.

Vom 14. bis 17. Juni kämpft der Grazer mit seinen Mannschaftskollegen ums Triple. „Alle guten Dinge sind drei. Ich werde versuchen, noch einmal zu gewinnen. Die Strecke liegt mir und Heimrennen sind immer etwas Besonderes für uns.“ Die Gesamtlänge beträgt heuer 445,4 Kilometer. 7420 Höhenmeter sind zu überwinden. 24 Teams werden starten, darunter Conti-Teams aus ganz Europa, und alle heimischen Spitzenteams. 144 Profi-Radrennfahrer bestreiten vier Etappen. Neben heimischen Talenten sind nahezu alle österreichischen Elite-Fahrer mit ihren Teams dabei.

Der Tourtross umfasst 350 Personen, 70 Fahrzeuge und 25 Motorräder. In Oberösterreich habe der Radsport einen höheren Stellenwert als in anderen Bundesländern, so Favorit Rabitsch. „Die Begeisterung ist hier am größten. Deshalb gibt es auch die meisten Rennen. Die Organisation ist mustergültig.“

Die Radtour startet am 14. Juni um 19 Uhr mit einem Highlight. Es ist die Kurzetappe über 12,3 Kilometer, von der Johannes Kepler Universität Linz zum Freilichtmuseum Pelmberg. 555 Höhenmeter sind zu bewältigen. Der Prolog sei entscheidend für die Gesamtwertung, so Rabitsch. „Die ersten fünf machen sich den Sieg bei der Rundfahrt aus.“ Er hat heuer bereits bei der „Rhone-Alpes-Tour“ in Frankreich gewonnen und Platz zwei bei der Luxemburg-Rundfahrt „Fleche du Sud“ herausgefahren. Außerdem entschied er die dreitägige „Trophee Paris-Arras Tour“ für sich. „Ich bin gut in Form. Es ist möglich, wieder zu gewinnen.“

Rabitsch: „Der Radsport wird durch Profis beliebter“

Teamsport

Mit Riccardo Zoidl und Markus Eibegger haben weitere Fahrer aus dem Team gute Chancen. Eibegger sagt: „Wir werden Stephan bestmöglich unterstützen. Aber es ist egal, wer aus dem Team gewinnt. Wenn einer von uns zu Tourneeabschluss das gelbe Trikot anhat, ist diese Rundfahrt gelungen.“ Mannschaftsdienlich zu fahren, ist für den Knittelfelder kein Problem. „Alleine hat noch niemand eine Rundfahrt gewonnen.“

Bei der Kurzetappe zum Freilichtmuseum Pelmberg werden nicht nur Radprofis an den Start gehen. Es soll ein Rennen für alle Radsportbegeisterte sein. Amateure, Hobbyfahrer und Junioren können vor dem Start der Elite gegen eine geringe Nenngebühr teilnehmen. 400 Radbegeisterte werden erwartet. Die Route verläuft vom Uni-Campus in die Altenberger Straße über Oberbairing zum Kulturjuwel Pelmberg im Mühlviertel auf rund 800 Meter Seehöhe. Ein weiteres Zuckerl soll die Breitensportler anlocken. Mit der Kepleruni wird der „JKU Gipfelstürmer“ etabliert. Eine Wertung für Studierende und Mitarbeiter.

Eibegger: „Alleine hat noch niemand gewonnen.“

Touristenattraktion

Die OÖ. Radrundfahrt hat für den Tourismus eine große Bedeutung. Mit Felix Großschartner, Michael Gogl, Gregor Mühlberger oder Patrick Konrad haben österreichische Profis, die für ausländische Teams fahren, Begeisterung entfacht. Obwohl Radfahren nicht so gut promotet werden, sei es als Breitensport eine Macht, so Eibegger. „Ich glaube, dass mehr Leute mit dem Rad unterwegs sind, als Skifahrer auf der Piste.“

Paul Resch ist seit zehn Jahren Präsident des OÖ. Landesradsportverbands. „Wir werden den Skisport nie als Breitensport-Spitzenreiter ablösen, das wäre unrealistisch“, meint er. Die Touristikbranche brauche aber ein Pendant für den Sommer. „Hier bietet sich der Radsport förmlich an.“ Radler fahren bis zu zehn Stunden und konsumieren viel, ist Resch überzeugt. „Diese Sportler sind finanzstark und akzeptieren höhere Preise.“ Dazu habe die OÖ. Radrundfahrt eine hohe Werbewirksamkeit, denn „viele Teams kommen vorher nach Oberösterreich, um zu trainieren“.