© Jännerrallye

Chronik Oberösterreich
12/25/2019

Rasen für den Klimaschutz

Die Jännerrallye soll mittels tausendfacher Baumpflanzung klimaneutral werden. Von Gerhard Marschall.

Zum Jahresauftakt wird es im Mühlviertel wieder laut. Die Silvesterböllerei geht fast nahtlos in Motorenlärm über. Zum 35. Mal wird rund um Freistadt die Jännerrallye ausgefahren. Knapp 700 Kilometer sind am 4. und 5. Jänner zu absolvieren, ein Viertel davon in 14 Sonderprüfungen.

2018 wiederbelebt

Nach vereinsinternen Turbulenzen hat der Rallye Klub Mühlviertel mit neuem Vorstand den Event 2018 nach zweijähriger Pause wiederbelebt. Für dieses Mal wird ein „Feuerwerk des Motorsports“ versprochen. 67 Teams – um 16 mehr als im Vorjahr – aus fünf Nationen haben genannt, darunter der aktuelle Staatsmeister Hermann Neubauer (Ford Fiesta R5). Auch Vorjahressieger Julian Wagner (Skoda Fabia R5) ist mit dabei. Für eine spezielle Show soll der Italiener Paolo Diana sorgen, der in einem Fiat 131 Abarth quasi als Vorfahrer über den Parcours gehen wird.

Kombiniert mit Rallye Krumau

Im Sinne der guten Nachbarschaft gibt es heuer erstmals einen „Regional Cup“. Die Jännerrallye wird mit der Rallye Cesky Krumlov Mitte Mai kombiniert, im Preisgeldtopf liegen 5.000 €. Die Mühlviertler erhoffen sich durch das Doppel mehr Fahrer und Zuschauer aus Tschechien. Den Segen der Kirche hat die Jännerrallye jedenfalls, den der Landespolitik auch. Die Siegerehrung wird von Landesrat Markus Achleitner und von Wirtschaftskammer-Präsidentin Doris Hummer vorgenommen.

Kosten von 300.000 Euro

Mit 200.000 bis 300.000 € beziffert Rallyeclub-Obmann Mario Klepatsch die Kosten, die nur dank Sponsoren und Landesförderung zu stemmen seien. Wie viel das Land locker macht, wollen er und Achleitner nicht verraten. Die Frage, ob die Querfeldein-Raserei angesichts der Klimakrise noch zeitgemäß sei, beantwortet der Sport- und Wirtschaftslandesrat so: „Klimaschutz hat in Oberösterreich einen sehr hohen Stellenwert, aber ihn an einer einzelnen Motorsport-Veranstaltung festzumachen greift viel zu kurz. Hier gilt es, an vielen Stellschrauben zu drehen.“ Oberösterreich sei Vorreiter und habe beispielsweise eine eigene Strategie für alternative Fahrzeugantriebe mit dem Fokus auf e-Mobilität entwickelt. Abgesehen davon ist die Jänner-Rallye laut Achleitner ein „sportliches Highlight für das Mühlviertel und darüber hinaus für ganz OÖ, das auch wichtige touristische Impulse und Wertschöpfung für die Region bringt“.

Das Klima retten

Mehr als 100.000 Zuschauer entlang der Strecke würden in den befahrenen Gemeinden viel Geld ausgeben, ergänzt Klepatsch. So seien zu Jahresbeginn die Quartiere weitum ausgebucht. Auch deshalb gebe es „eigentlich überhaupt keine Kritik“. Dennoch plagt die Veranstalter offenbar das schlechte ökologische Gewissen. Sie haben eine Aktion „Mit der Region verwurzelt“ gestartet. „Wir möchten von Haus aus den Wind aus den Segeln nehmen und sind ein bisschen auf den -Zug aufgesprungen“, sagt Klepatsch. Von den Startgeldern wird ein Teil abgezwackt, um die Waldbestände entlang der ersten und letzten Sonderprüfungsetappen in Lasberg und Pierbach aufzuforsten. 2.000 Bäume sollen fürs erste gepflanzt werden und in den nächsten Jahren wieder. „Zehn Hektar Jännerrallye-Wald ist schon ein Supergedanke“, schwärmt Obmann Klepatsch.

Auf diese Weise soll das Mühlviertler Motorsportspektakel schon bald klimaneutral sein: je mehr Rennautos umso mehr Bäume und umso früher.

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