Chronik | Oberösterreich
25.06.2018

Prozess nach tödlicher Infusionsverwechslung in OÖ

Patient im Herbst 2017 im LKH Kirchdorf gestorben. Zwei Pflegekräfte am Donnerstag in Steyr vor Gericht.

Nach der tödlichen Verwechslung von Infusionen im oberösterreichischen Landeskrankenhaus Kirchdorf im Vorjahr müssen sich am Donnerstag zwei Mitarbeiter vor dem Landesgericht Steyr verantworten. Einem 40-jährigen Pfleger wird grob fahrlässige Tötung, seiner 58-jährigen Kollegin fahrlässige Körperverletzung vorgeworfen.

Im September 2017 war ein 61-jähriger Herzpatient aus Attnang-Puchheim an Multiorganversagen gestorben. Er hatte durch die Verwechslung statt der verordneten Kalium/Magnesium-Infusion eine Gabe von Calciumchlorid/Magnesiumchlorid bekommen. Deswegen muss sich der 40-Jährige wegen grob fahrlässiger Tötung vor Gericht verantworten. In einem weiteren Fall überlebte der Patient die Verwechslung. Der Krankenpflegerin, die ihm das falsche Medikament verabreicht hatte, wirft die Anklage fahrlässige Körperverletzung vor.

Die Infusionen waren von Kollegen falsch eingeordnet worden, die beiden Angeklagten sollen die Beschriftungen der Medikamente vor der Verwendung nicht überprüft haben. Insgesamt war gegen sieben Pflegekräfte des Krankenhauses ermittelt worden. Die restlichen Verfahren wurden eingestellt. Der Spitalsträger gespag hat nach dem Vorfall seine internen Abläufe umgestellt, um Verwechslungen künftig zu vermeiden.