Prozess in Wels: Mörder überfiel während Haftfreigangs Pensionistin
Ein zu lebenslanger Haft verurteilter Mörder steht am Montag in Wels wieder vor Gericht, weil er während seines Haftausgangs am 22. Dezember 2024 eine 85-Jährige überfallen und ausgeraubt haben soll. Der Oberösterreicher hatte 2004 in Salzburg eine 78-Jährige mit einer Axt erschlagen und ihr Wohnhaus angezündet. Seit Dezember 2021 befand sich der heute 62-Jährige im gelockerten Vollzug. Laut Anklage bekenne er sich nicht schuldig, so das Landesgericht Wels.
Im Dezember 2024 soll der Angeklagte der Seniorin im Garten aufgelauert, sie mit gezücktem Messer in deren Haus gedrängt, mit Kabelbindern gefesselt und mehrfach geschlagen haben. Er nötigte sie u.a. zur Herausgabe ihrer Handtasche, zweier Geldbörsen und Bargeld in Höhe von 1.430 Euro. Er erzwang von dem Opfer auch den PIN-Code für die Bankomatkarte und hob dann insgesamt 2.000 Euro ab. Nachdem er mit der Beute geflohen war, gelang es der betagten Frau, sich selber zu befreien.
Mörder sitzt in Krems-Stein
Zusätzlich wird dem Mann noch vorgeworfen, an mehreren Tagen im Februar 2025 auf einem Friedhofsparkplatz vier Autos aufgebrochen und Wertsachen daraus gestohlen zu haben. Die Home Invasion und die Pkw-Aufbrüche wurden während seiner Haftfreigänge verübt. Seit 2005 sitzt er wegen Mordes in der Justizanstalt Stein. Von seinen 14 Vorstrafen seien "13 im engeren Sinn einschlägig", u.a. wegen Einbruchsdelikten in Pkw rund um Friedhöfe im Raum Oberösterreich, Niederösterreich und Salzburg, aber auch wegen Gewaltdelikten und Tierquälerei.
Vor dem Schöffengericht in Wels muss er sich wegen schweren Raubes verantworten. Der Strafrahmen beträgt zwischen ein und 15 Jahren, infolge der Strafschärfung bei Rückfall zwischen ein und 20 Jahren.
Kommentare