Premieren für die Kinder

Premieren für das „Theaterpublikum von morgen“: Die Themen „Mut und Forschergeist“ sowie „Ausgrenzung und Anderssein“ werden kindgerecht aufbereitet. In den Stücken "Dickhäuter" und "Die Reise zum Mittelpunkt der Waldes. Von Werner Rohrhofer.
Die Reise zum Mittelpunkt des Waldes

Das Linzer Landestheater bemüht sich heute schon um das „Publikum von morgen“. Im Rahmen der Reihe Junges Theater stehen jetzt zwei Produktionen für Kinder ab sechs Jahren auf dem Spielplan. Kindgerechte Inszenierungen sollen Themen vermitteln, aber auch das Interesse für die Welt der Bühne wecken und zum späteren regelmäßigen Theaterbesuch animieren.

Mystischer Wald

Gestern, Samstag, hatte das Stück „Die Reise zum Mittelpunkt des Waldes“ von Finn-Ole Heinrich Premiere im Unteren Vestibül der Kammerspiele, heute folgt „Dickhäuter“ von Tina Müller in der Studiobühne. „Die Reise zum Mittelpunkt des Waldes“ basiert auf dem gleichnamigen Roman des deutschen Schriftstellers Finn-Ole Heinrich. Im Mittelpunkt steht ein mystischer Wald, der selbst auf Google Maps ein „weißer Fleck“ ist, unerforscht und unberührt. Ein Traum für einen unerschrockenen Forschergeist. Und ein solcher Forscher aus der Stadt macht sich auf den Weg in den geheimnisvollen Wald, in dem auch eine mystische Figur wohnen soll.

Kurzweiliger Monolog

Das Stück ist ein kurzweiliger Monolog, präsentiert von Vinzent Gebesmair. „Es stellt dem durchgetakteten Stadtleben des 21. Jahrhunderts eine gleichermaßen faszinierende wie unheimliche Alternative gegenüber“, sagt die Literatur- und Erziehungswissenschafterin Nele Neitzke, die das Stück in Linz inszeniert hat. Sie sieht darin ein „mitreißendes Plädoyer für Neugier, Mut und den lohnenden Blick auf das Wesentliche“. Für Bühne und Kostüme zeichnet Karin Waltenberger verantwortlich. Sie studierte Textil-Kunst-Design an der Kunstuniversität Linz und arbeitet vorwiegend mit textilen Objekten sowie Raum- und Körperinstallationen. Teile des Bühnenbildes wurden von Schülern und Schülerinnen der HBLA für künstlerische Gestaltung Linz entworfen.

Dickhäuter

Szene aus dem Stück "Dickhäuter".

Das Theaterstück „Dickhäuter“ der Schweizer Autorin Tina Müller (Jahrgang 1980) befasst sich mit dem aktuellen Thema des Andersseins in der Welt von Kindern. Es spielt in einer „ganz normalen“ Schule mit „ganz normalen Kindern“.

Neue Einflüsse

Da gibt es, so die Beschreibung, „die ganz normale Frau Vögeli, den ganz normalen Nando, die ganz normale Timna und den ganz normalen Puschel“. Alles normal, bis auf Lou: der ist ein Nashorn! Dazu Simon Windisch, der Regisseur der Linzer Inszenierung: „Tina Müller hat ein charmantes Stück geschrieben, wobei es nicht um gewaltsame Ausgrenzung oder Mobbing geht, vielmehr um die Schwierigkeiten, die entstehen, wenn ein bestehendes System mit neuen Einflüssen konfrontiert wird“.

Ab sechs Jahren

Und Windisch, der seit Jahren Theater für junges Publikum macht, präzisiert: „Menschen ab sechs Jahren dürfen sich in einer humorvollen Inszenierung spielerisch mit den Themen Diversität und Freundschaft auseinandersetzen“. Letztlich wird deutlich, dass es „unterschiedliche Tiere gibt, jedes ein eigenwilliges Original, und dass es wichtig ist, mit dieser Vielfalt umzugehen“, so die Beschreibung des Stücks. Auch in diesem Fall gab es eine Kooperation mit der HBLA für künstlerische Gestaltung Linz.

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