Lukas Pöstlberger fuhr zuletzt bei der Dauphie-Rundfahrt drei Tage im Gelben Trikot

© BettiniPhoto©2021/Bora-hansgrohe/Dario Belingheri

Chronik Oberösterreich
06/22/2021

Pöstlberger spitzt auf Etappensieg bei der Tour de France

Lukas Pöstlberger fährt seine vierte Tour de France und spitzt auf einen Etappensieg. Von Gerhard Marschall.

Zum 108. Mal wird am kommenden Samstag die Tour de France in Brest Fahrt aufnehmen. Vom äußersten Westen Frankreichs geht es über 21 Etappen nach Paris. 184 Fahrer werden sich auf den Weg dorthin machen, alle mit dem einen Ziel: am 18. Juli im Gelben Trikot auf den Champs-Élysées anzukommen. Lukas Pöstlberger ist einer von ihnen, es ist seine vierte Tour.

Markante Erinnerungen

Mit ihr verbinden ihn zwei markante Erinnerungen: Vor drei Jahren kam Sohn Clemens zur Welt, derweil Papa die große Frankreich-Runde drehte; im Vorjahr musste der Oberösterreicher aufgeben. Nach einem Wespenstich erlitt er einen allergischen Schock und landete auf der Intensivstation. In der Extrembelastung hatte der Körper überreagiert, es bestand Lebensgefahr.

Das Talent erkannt

Zum Radsport kam der 29-Jährige mit zwölf Jahren über den Freigegenstand Mountainbiken in der Hauptschule. Lehrer Gerhard Dutzler nahm ihn zu einem Kriterium auf dem Welser Messegelände mit. Bei einem nächsten Rennen in Stadl Paura erkannte Walter Ameshofer, Obmann des RC Lambach, sein Talent und stattete ihn mit einer Fahrerlizenz aus.

Den Einstieg nie bereut

Aller Schinderei zum Trotz habe er den Einstieg in die Radlerei nie bereut, sagt Pöstlberger: „Das war die beste Lebensentscheidung“. Seit zehn Jahren ist er Profi, seit 2015 fährt er für das deutsche Team BORA-hansgrohe. Pöstlberger attestiert sich selbst ein gutes Körpergefühl. Als Allrounder komme er ganz gut über die Berge, so richtig wohl fühle er sich im Hügeligen. „Das ist mein Terrain.“ Coach Helmut Dollinger lobt seine Einstellung: „Er ist bodenständig und sehr professionell, arbeitet fokussiert auf seine Ziele hin und ordnet diesem Weg dann alles unter. Er trainiert mehr als motiviert. Hin und wieder muss ich ihn sogar bremsen, damit er nicht über das Ziel hinausschießt.“

Aus Schwanenstadt

Pöstlberger lebt mit Ehefrau Veronika und Sohn in Schwanenstadt, vor der Abreise nach Frankreich sind sich ein paar Tage zu Hause ausgegangen. Zuvor war Trainingslager in Kühtai, auf dem Heimweg stand noch die österreichische Meisterschaft in Kufstein an. Die Tour sei „das Nonplusultra im Jahreskalender“, schwärmt Pöstlberger, „alles bis dahin ist Geplänkel, alles danach Zugabe.“ Im Acht-Mann-Team werde er Helfer für Wilco Kelderman und Peter Sagan sein. Seine Aufgabe sei, die beiden Kapitäne bestmöglich zu unterstützen und durch die drei Wochen zu bringen. „In den Bergen wird es ans Eingemachte gehen.“ Und falls sich für ihn selbst die Möglichkeit zu einem Etappensieg ergebe, wolle er sie nutzen, sagt Pöstlberger. 2017 ist ihm das beim Giro d’Italia gelungen, ebenso heuer bei der Dauphiné-Rundfahrt in Frankreich. Drei Tage lang verteidigte er Gelb mit Erfolg.

Zur rechten Zeit am richtigen Platz

Eine der Stärken ist laut Coach Dollinger, dass er im Renngeschehen selbstständig agiere. „Wenn er seine Chance geboten bekommt, arbeitet er unglaublich hart auf den möglichen Sieg hin. Ihn dann einzuholen ist sehr, sehr schwer.“ „Be at the right place at the right time“, lautet Pöstlbergers Motto auf der Team-Website. Er interpretiert das mit der rechten Zeit am richtigen Platz so: „Es gehe immer darum, dass man sich perfekt vorbereitet. Aber man kann nichts erzwingen. Es passiert eben oder nicht.“ Diese Einstellung gebe ihm eine gewisse Lockerheit. Er traue „Pösti“ jedenfalls weitere Etappensiege bei den großen Rundfahrten zu, sagt Coach Dollinger: „Auch ein Top-fünf-Ergebnis bei der WM im September in Belgien sehe ich als durchaus realistisch.“

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