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Kolumne
06/05/2021

Trotz Pflanzen-App: Ohne Vorkenntnisse geht es nicht

Für die Bestimmung von Pflanzen und Kräutern braucht es auch Wissen um die Verbreitung und Böden. Einne App allein genügt nicht. Von Ursula Asamer.

Manchmal ist man sich bei der Bestimmung von Pflanzen unsicher. Da bieten sich Pflanzen-Apps an. Unterschiedliche, bequeme, unkomplizierte Anwendungen zur Pflanzenbestimmung direkt auf das Handy geladen, kostenfrei oder auch kostenpflichtig, sind auf dem Markt erhältlich. Aber ist unsere wunderbare Pflanzenwelt tatsächlich digital erfassbar?

Erkennungssoftware

Das Bestimmen von Pflanzen erfolgt bei Apps meist mittels visueller Erkennungssoftware. Die Datenbanken beinhalten mehrere tausend Wildpflanzen, Bäume und Sträucher. Auch Verwechslungsgefahren werden bei einigen Apps angegeben. Manche Programme sind mit Foren verbunden, die von botanisch Interessierten mit ihrem Wissen unterstützt und mit hilfreichen Tipps beraten.

Verschiedene Arten

Professionelle Botanikerkreise sehen Bestimmungsapps aus einem anderen Blickwinkel, da das verlässliche Bestimmen einer Pflanzengattung oder der Art von Bildern generell schwierig ist. Weitere Faktoren sind das Wissen um die Verbreitungsgebiete und Bodenbedingungen, die für das Vorkommen einer Pflanze sprechen oder dies ausschließen. So gibt es zum Beispiel bei der Gattung „Ehrenpreis“, volkskundlich Regenbleaml genannt, um die 450 Arten. In Österreich kommen um die 40 Arten vor, deren Bestimmungsmerkmale doch recht unterschiedlich sind.

Geringer Lerneffekt

Auf Knopfdruck gelieferte Ergebnisse oder Vorschläge, um welches Gewächs es sich handeln könnte, tragen wenig zum Lernen bei. Botanische Grund- und Vorkenntnisse sind zum Pflanzenbestimmen auch bei Apps-Nutzung unerlässlich. Beim Erkennen von Blüten, Blättern und anderen Pflanzenteilen kann das Wissen um die Zuordnung zu Pflanzenfamilien viel dazu beitragen, das richtige Gewächs zu identifizieren, zu ernten oder zu verwerten.

Von Datenbanken abhängig

Die Ergebnisse von Erkennungsapps hängen immer vom Umfang der Datenbanken ab, die auch die Region, in der gesucht wird, enthalten müssen. Genaue Bezeichnungen können immer nur mit dem botanischen Namen einer Pflanze erfolgen. Volkstümliche, regionale Bezeichnungen führen oft in die Irre.

Giftpflanzen

Sehr wichtig sind auch Kenntnisse zu den heimischen Giftpflanzen, um sie zu meiden. Wenn man sich mit Pflanzen befasst, erkennt man, dass viele Wunder nur in der Natur und nicht im Buch oder einer App zu finden sind. Das für Bestimmungen exzellente Buch der Exkursionsflora für Österreich mit 1.392 Seiten wiegt immerhin 93 dag und hängt sich im Rucksack a bissl an…

Ursula Asamer ist Kräuterpädagogin und Natur- und Landschaftspflegerin

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