OÖ: Ehestreit eskalierte und endete mit Polizeieinsatz

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Der Schwiegervater empfing den Ehemann mit einer Pistole. Dieser schleifte ihn 400 Meter am Auto mit.

Ein Streit zwischen Eheleuten, die erst im vergangenen Februar geheiratet hatten, hat in Oberösterreich mit einem Einsatz der Polizei geendet, wie diese am Donnerstag berichtete. Demnach habe ein 45-Jähriger seinen zu einer Aussprache kommenden 25-jährigen Schwiegersohn mit einer Pistole empfangen. Dieser flüchtete mit dem Auto und schleifte seinen Schwiegervater 400 Meter weit mit.

Der immer wieder zwischen dem Paar aufflammende Streit eskalierte, weil sich der Ehemann von seiner Frau trennen wollte. Mit seiner "Schwiegerfamilie" kam es zu Auseinandersetzungen und gegenseitigen Morddrohungen. Zuletzt wollte der 25-Jährige aus der ehelichen Wohnung ausziehen. Für Montagabend wurde eine Aussprache vereinbart. Als der Trennungswillige - er besitzt keinen Führerschein - in einem Auto mit einem Freund als Unterstützung zum Treffpunkt in Lambach im Bezirk Wels-Land kam, warteten dort seine Angetraute, der Schwiegervater mit einer Pistole im Hosenbund und mehrere Männer aus der Familie sowie Freunde.

Familie per SMS bedroht

Deswegen wollte der 25-Jährige sich wieder aus dem Staub machen. Doch der Schwiegervater versuchte, die Autotür aufzureißen. Weil sie versperrt war, schlug er gegen die Seitenscheibe, bis sie zu Bruch ging. Der Mann hielt sich danach am Auto fest. Als seine männlichen Begleiter auf das Auto zustürmten, gab der 25-Jährige Gas. Der Schwiegervater wurde rund 400 Meter weit mitgeschleift, bevor er losließ.

Kurz darauf bedrohte der 45-Jährige per SMS die Familie des Schwiegersohnes. Der alarmierte daraufhin die Polizei. Als er den ernst zunehmenden Hinweis erhielt, dass mehrere bewaffnete Männer zu seinem Elternhaus unterwegs seien, rückte das Einsatzkommando Cobra aus, was sich letztlich als nicht notwendig erwies.

Die Staatsanwaltschaft erließ gegen alle Beteiligten ein Verbot der gegenseitigen Kontaktaufnahme. Sie ordnete zudem eine Anzeige auf freiem Fuß an. Ermittelt wird wegen des Verdachtes auf gefährliche Drohung, der schweren Nötigung und der versuchten schweren Körperverletzung.

( Agenturen , best ) Erstellt am 26.04.2018