Klingende Erinnerung an aus Linz Vertriebene

© APA/STADT LINZ/ANDREAS STRAUSS

Chronik Oberösterreich
10/19/2020

Linz: NS-Mahnmale kommen mit Verspätung

Corona-bedingt können die Klangsäulen mit Namen der NS-Opfer erst kommendes Jahr aufgestellt werden.

von Claudia Stelzel-Pröll

Eigentlich sollten sie ja schon stehen, jene 20 Stelen, die an die Vertreibung von jüdischen NS-Opfern aus Linz erinnern.

„Corona-bedingt haben wir die Montage der ersten Stelen ins kommende Frühjahr verschoben. Die Mahnmale sollen im ausbildungszentrum der Voest gefertigt werden. Diese hatte ja während des Lockdowns zu und jetzt geht es erst darum, Versäumtes aufzuholen. Aber es ist alles auf Schiene, die Namen auf den Stelen sind festgelegt, die Standorte sind fixiert, ich habe als Bürgermeister die Grundeigentumszusage erteilt“, erklärt der Linzer Stadtchef Klaus Luger.

Keine Stolpersteine

Bis zu den Klangsäulen war es ein weiter Weg. Bürgermeister Luger wollte vehement keine Stolpersteine – jene Gedenkstücke, die in vielen deutschen und österreichischen Gegenden verbaut wurden.

„Für uns sind die Klangsäulen mit dem Klingelknopf ein würdiges, weil personalisiertes Gedenken“, erklärt Charlotte Herman, Präsidentin der israelitischen Kultusgemeinde in Linz.

Den Wettbewerb konnte der oberösterreichische Künstler Andreas Strauss für sich entscheiden. Statt der Stolpersteine werden nun Säulen mit den Namen der jüdischen NS-Opfer und einer funktionierenden Klingel im öffentlichen Raum montiert.

Unter Beobachtung

„Dieses Projekt bietet viel mehr Projektionsfläche als die Stolpersteine, deswegen ist leider mit Vandalismus zu rechnen, wie fast immer, wenn Neues im öffentlichen Raum präsentiert wird“, vermutet Herman. „Wir werden die Standorte genau beobachten, auch der Ordnungsdienst der Gemeinde wird ein besonderes Auge darauf haben“, sagt Bürgermeister Luger.

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