Neue Rekordzahlen für Oberösterreichs Tourismus

Oberösterreichs Tourismus wächst und wirbt um mehr Gäste aus dem Osten, die auch kommen. Neben den Tschechen nun die Polen und Slowaken. Von Karl Leitner.
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Oberösterreichs Touristiker wollen künftig mehr Gäste aus dem Osten ins Land ob der Enns locken. Länder wie Tschechien und Slowakei hätten sich in den vergangenen Jahren mit zweistelligen Wachstumsraten „sehr positiv“ entwickelt – „da wollen wir noch mehr“, so Tourismuslandesrat Markus Achleitner auf der weltgrößten Reisemesse ITB in Berlin.

Neuer Auftritt

Achleitner präsentierte mit OÖ-Tourismus-Chef Andreas Winkelhofer den neuen Auftritt, der auf mehr „Echtheit, Authentizität und Originalität“ setzt. Winkelhofer: „Da werden wir uns auch von anderen Regionen abheben.“ Die Bilanz der vergangenen zehn Jahre fällt für die beiden positiv aus: So stieg die Zahl der Ankünfte seit 2015 um 28 Prozent auf 3,5 und die Zahl der Nächtigungen um 26 Prozent auf 8,9 Millionen. Bei Touristen aus dem Ausland war der Anstieg mit 38 bzw. 34 Prozent noch stärker, weshalb man in Länder wie Tschechien, Slowakei sowie Holland und Großbritannien (Ryanair-Verbindung zum Flughafen Linz) große Hoffnungen setzt. Winkelhofer: „Wir erzählen Oberösterreich neu.“

Statt 104 nur mehr Tourismusverbände

Rückenwind erhoffen sich die beiden von der Reform der Struktur der Tourismusverbände: So arbeiten künftig sieben statt 104 Verbände daran, neue Gäste nach Oberösterreich zu bringen. Achleitner: „Das macht uns schlagkräftiger und effizienter.“ Einsparungen bei der Organisation werde es nicht geben, sie seien auch nicht das Ziel der Reform gewesen, so Achleitner.

Andreas Winkelhofer

Achleitner und Winkelhofer (re.) in Berlin

Laut Winkelhofer und Achleitner sehe man Wachstumspotenzial auch bei den Polen, die zuletzt mit Plus 60 Prozent bei den Ankünften aufhorchen ließen. Achleitner: „Das ist noch auf niedrigem Niveau, weshalb hier Steigerungen möglich sind.“ Schwerpunkte der Vermarktung sind unter anderem der Radtourismus, Kulturveranstaltungen sowie Trainingslager für Fußballvereine.

80.000 Betten im Sommer

Der Tourismus hat sich in Oberösterreich zu einem bedeutenden Wirtschaftsfaktor entwickelt. Die dadurch direkt und indirekt ausgelöste Wertschöpfung lag zuletzt bei 7,3 Milliarden Euro – 8,8 Prozent des oberösterreichischen Bruttoregionalprodukts. Im Winter 2024/2025 verfügte Oberösterreich über 73.309 Betten in 3.825 Betrieben, im Sommer waren es 79.103 in 4.221 Betrieben. 

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Ausblicke in Hinterstoder

Zuletzt reisten im Tourismusjahr 2024/’25 rund 1,85 Millionen ausländische Gäste nach OÖ und generierten dabei 3,98 Millionen Nächtigungen. Damit liegt der Anteil der Gäste aus dem Ausland bei rund 40 Prozent. „Unser wichtigster Auslandsmarkt ist nach wie vor Deutschland“, sagt Achleitner.

Die Deutschen lieben vorne

Die Bilanz: 706.000 Ankünfte mit 1,97 Millionen Nächtigungen im Jahr 2025, wobei mehr als ein Drittel der Gäste aus Bayern kommen. Wachstumsmärkte dort sind die östlichen Bundesländer inklusive Berlin, die allein 2025 um zwei Drittel bei Ankünften und Nächtigungen zulegten.

Achleitner sieht in der Bündelung der Kräfte in den sieben Tourismusverbänden die Chance, „gemeinsam in die Bearbeitung internationaler Märkte zu investieren. Auf diese Weise kann das Urlaubsland Oberösterreich in einem hart umkämpften Wettbewerb seine Sichtbarkeit zeigen, um neue Zielgruppen anzusprechen und Gäste zu gewinnen.“

71 österreichische Ausssteller in Berlin

Wie groß der Wettbewerb ist, zeigte sich auf der ITB: Allein aus Österreich präsentierten 71 Aussteller ihre Highlights, auf der ganzen ITB waren es 5800 aus 170 Ländern. Auf der dreitägigen Messe waren mehr als 100.000 Besucher zu Gast.

Leise blieb es heuer auf den Ständen der Golfstaaten. Israel und der Iran waren gar nicht anwesend. Die Tourismusbranche zählt zu den bedeutendsten Wirtschaftszweigen weltweit. 2024 lag der weltweit im Tourismus erzielte Umsatz bei rund zwei Billionen Dollar. In Österreich steuert der Tourismus 66,8 Milliarden Euro bzw. 14 Prozent zum Bruttoinlandsprodukt bei. Die Einnahmen durch Gäste aus dem Ausland lagen 2024 bei 24,3 Milliarden Euro. Von den 154,3 Millionen Nächtigungen in einem der 101.500 Hotellerie-Betriebe im Jahr 2024 entfallen 114 Millionen auf Gäste aus dem Ausland. In der Tourismus- und Freizeitwirtschaft sind österreichweit 307.000 Mitarbeiter beschäftigt, davon 7300 Lehrlinge.

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